Weltgeschichte
- Mahatma Gandhi begann in Indien seinen passiven Widerstand gegen die britische Besatzung
mit dem »Feldzug der Gehorsamsverweigerung«.
- In China brach erneut der Bürgerkrieg aus.
- In Deutschland wurde die NSDAP zweitstärkste Partei und zog mit 107 (demonstrativ
uniformierten) Abgeordneten in den Reichstag ein.
- Konstantinopel wurde offiziell in Istanbul umbenannt.
- Max Schmeling wurde Boxweltmeister, und in Uruguay fand die erste
Fußballweltmeisterschaft statt.
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Wichtige Phantastik-Ereignisse
- Der wichtigste Roman des Jahres 1930 war zweifellos Last and First Men (dt. Die
letzten und die ersten Menschen) von Olaf Stapledon. Dieser erste
Roman des Autors behandelt einen Zeitraum von zwei Milliarden Jahren, während der
achtzehn Menschenrassen entstehen, den Weltraum besiedeln und untergehen. Stapledon war
der erste Autor, der eine »Future History« von solch enormen zeitlichen Ausdehnungen
erdacht hat. Spätere Autoren haben Stapledon viel zu verdanken und griffen gelegentlich
auch auf seine Ideen zurück.
- Als Konkurrenz zum bisher marktführenden US-amerikanischen SF-Magazin AMAZING
STORIES wurde von einem anderen Verlag das Magazin ASTOUNDING
STORIES OF SUPER-SCIENCE
gegründet, das kurz darauf in ASTOUNDING STORIES umbenannt
wurde. Der Herausgeber für die ersten 34 Ausgaben (Januar 1930 bis März 1933) war Harry
Bates. Der Höhepunkt des Erfolgs von ASTOUNDING sollte aber erst ca. zehn
Jahre später erreicht sein. Im ersten Jahr erschienen in ASTOUNDING
hauptsächlich Autoren, die bereits aus den anderen Pulps bekannt waren, wie zum Beispiel
Ray Cummings, Murray Leinster, Harl Vincent, R. F. Starzl, Edmond Hamilton und Capt. S. P.
Meek.
- Die beiden Gernsback-Magazine SCIENCE WONDER STORIES
und AIR WONDER STORIES fusionierten zu WONDER
STORIES.
- In AMAZING STORIES erschien E. E. Smiths
Forsetzung der Skylark-Abenteuer unter dem Titel Skylark Three (dt. Die
Skylark und die Schlacht um Osnome).
- In Deutschland erschien Hans Dominiks technischer Roman Kautschuk.
Aus heutiger Sicht wesentlich bedeutender ist jedoch die sozialistische Utopie Utopolis
von Werner Illing,
die zu den besten Zukunftsvisionen der Zwischenkriegszeit gehört.
- Im November 1930 erschien in Wien der Roman Das
Automatenzeitalter von Ri Tokko (Ludwig Dexheimer), eine
positive technische Zukunftsvision, jedoch nur substanziell gekürzt. Erst 2004 wurde das
Buch erstmals vollständig - und kritisch - im Shayol Verlag herausgegeben.
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Debüts
- John W. Campbell jr. war ein beliebter Autor in den SF-Pulps, bevor er
Ende der dreißiger Jahre Herausgeber wurde. Sein Debüt ist die Erzählung »When the
Atoms Failed« (Januar 1930 in AMAZING STORIES).
- P. Schuyler Miller debütierte in Gernsbacks Magazin WONDER
STORIES mit der Erzählung »The Red Plague« (Juli 1930).
- Edgar Pangborn, der leider zu den unterschätzen SF-Autoren der USA
gehört, debütierte unter dem Pseudonym Bruce Harrison mit A-100: A Mystery Story;
allerdings handelt es sich dabei nicht um Science Fiction.
- Nat Schachner schrieb in den dreißiger Jahren zahlreiche Geschichten
für die amerikanischen Pulps. Seine erste Erzählung war »The Tower of Evil« (gemeinsam
mit Arthur Leo Zagat, Sommer 1930 in WONDER STORIES QUARTERLY).
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Just Imagine
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Film
- Der US-amerikanische Film Just Imagine von David Butler zeigt
New York fünfzig Jahre in der Zukunft. Die Szenenbilder sind ähnlich beeindruckend wie
in dem britischen Film Things to Come. Der Film wurde von der Zensurbehörde in
Nazi-Deutschland 1934 verboten.
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Geboren
- J. G. Ballard (*1930) ist ein britischer Autor, der weit über die
Grenzen der Science Fiction bekannt ist. Er debütierte bereits 1956 und schrieb schon
damals außergewöhnliche Geschichten. Herkömmliche SF-Themen waren für ihn weniger
interessant, er konzentrierte sich auf die nähere Zukunft sowie mögliche Katastrophen
und Probleme des menschlichen Zusammenlebens. In den sechziger Jahren gehörte er zu den
innovativsten Autoren der New Wave. Seine Jugenderinnerungen, die er in Romanform
veröffentlichte, wurden von Steven Spielberg
verfilmt.
- Marion Zimmer Bradley (19301999) war eine der wenigen
US-amerikanischen Autorinnen, die bereits Ende der fünfziger Jahre SF publizierte.
Bekannt wurde sie mit ihrem vielbändigen Darkover-Zyklus, der über mehrere
Jahrzehnte erschien. Ihr größter Erfolg jedoch war der Fantasy-Roman The Mists of
Avalon (1983; dt. Die Nebel von Avalon), in dem sie die Artus-Sage aus
weiblicher Sicht aufarbeitete. Bradley war für ihre überzeugenden und starken weiblichen
Hauptfiguren bekannt, auch wenn sie sich selbst nicht als Feministin im strengen Sinne
verstand.
- Lin Carter (19301988) war ein Fantasy-Autor, der sich an
Vorbildern wie Robert E. Howard orientierte, diese in qualitativer Hinsicht jedoch kaum
erreichte.
- D.G. Compton (*1930) ist ein britischer Autor, der seit den achtziger
Jahren in den USA lebt. Der Großteil seines Romanwerkes spielt in der näheren Zukunft
und beschäftigt sich häufig mit Katastrophen. Bemerkenswert sind die Bücher The
Silent Multitude (1966; dt. Zerfall), The Electric Crocodile (1970;
dt. Das elektrische Krokodil) und Synthajoy (1978; dt. Synthetische
Freuden).
- H. G. Ewers ist das Pseudonym von Horst Gehrmann (*1930), der 1962 von
der DDR in die BRD auswanderte, ein Jahr später Heftromanautor wurde und bald darauf
Mitautor der Perry-Rhodan-Serie (249 Hefte). Später schrieb er auch Perry
Rhodan Planetenromane und Beiträge für die Serie Raumpatrouille Orion.
Sein gesamtes Schaffen umfasst mehr als 420 Romane.
- Fred Saberhagen (*1930) ist ein US-amerikanischer Autor und
Herausgeber, der seit Anfang der sechziger Jahre SF und vor allem Fantasy publizierte.
Beeindruckend ist seine Erzählung »The Long Way Home« (Juni 1961 in Galaxy; dt. »Der
lange Weg nach Hause«), besonders erfolgreich war Berserker (1967; dt. Berserker)
und dessen Fortsetzungen.
- Cherry Wilder war das Pseudonym der in Neuseeland geborenen Autorin
Cherry Barbara Grimm (19302002), die ab 1976 in der BRD lebte. International bekannt
wurde sie durch die Torin-Trilogie, deren erster Teil The Luck of Brins
Five (1977; dt. Das Glück von Brins Fünf) mit dem australischen Ditmar
Award ausgezeichnet wurde.
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Verstorben
- Sir
Arthur Conan Doyle (18591930), der weit über die Grenzen
Großbritanniens hinaus mit seinen Sherlock-Holmes-Erzählungen bekannt geworden
ist, hat auch einige wichtige Beiträge zur phantastischen Literatur geliefert. Das
prominenteste Beispiel ist The Lost World (1912; dt. Die
verlorene Welt), aber auch die anderen Erzählungen um Professor Challanger sind noch heute
lesenwert.
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Arthur Conan
Doyle |
Wissenschaft und Technik
- Durch fotografische Untersuchungen entdeckte der US-amerikanische Astronom Clyde William
Tombaugh den neunten Planeten unseres Sonnensystems und nannte ihn Pluto.
- Ebenfalls 1930 gelang die Messung der Oberflächentemperatur des Mondes.
Auf der sonnenbeschienenen Seite herrscht eine Temperatur von maximal 117 °C, während
auf der Schattenseite die Temperatur auf -169 °C abfällt.
- Der britische Physiker Paul Adrien Maurice Dirac entwickelte eine Mathematik der
Elektronenwellen und stelle die Theorie auf, dass es auch Teilchen geben könnte, die
genau die entgegengesetzte Ladung der uns bekannten aufweisen könnten. Diese Teilchen
wurden später Antiteilchen bzw. Antimaterie genannt. Dirac hatte Recht
und erhielt 1933 anteilig den Nobelpreis für Physik.
- Der amerikanische Elektroingenieur Vannevar Bush baute die erste Rechenmaschine,
die Differenzialgleichungen lösen konnte und die auf den Vorarbeiten von Babbage
basierte. Obwohl die Maschine nur teilweise auf elektronischer Basis funktionierte, kann
man sie als Vorstufe des Computers bezeichnen.
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