Ereignisse
- Die Bundesrepublik Deutschland wurde 1951 in den Europarat aufgenommen, was die formale
Beendigung des Kriegszustands bedeutete. Es begann eine Debatte um die Wiederbewaffnung
der BRD. Der Bundesgrenzschutz (BGS) wurde als Polizeitruppe geschaffen.
- Der ANZUS-Pakt wurde gegründet (USA, Philippinen, Australien und Neuseeland), ebenso
die ODECA (Organisation mittelamerikanischer Staaten) und der Nordische Rat der vier
skandinavischen Staaten. Libyen wurde Königreich.
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Wichtige Bücher und Publikationen
Das Jahr 1951 war reich an wichtigen SF-Büchern und Erzählungen.
- In der Februar-Ausgabe des Magazins GALAXY erschien Ray Bradburys
Erzählung »The Fireman«, die zwei Jahre später erweitert als sein erster Roman unter
dem Titel Fahrenheit
451 in Buchform erschien. Im selben Jahr veröffentlichte Bradbury seinen
Erzählungsband The Illustrated Man (dt. Der illustrierte Mann).
- Außerirdische Invasionen mit fatalen Folgen thematisierten gleich zwei Autoren, und
beide Romane wurden zu modernen Klassikern: John Wyndhams The Day of the Triffids
(dt. Die Triffids,
Heyne) und Robert A. Heinleins The Puppet Masters (dt. Die
Marionettenspieler, Bastei-Lübbe). Zeitgleich erschien Heinleins Collection The
Green Hills of Earth (dt. Die grünen Hügel der Erde, Goldmann), die einige
seiner besten Future-History-Geschichten versammelte.
- Arthur C. Clarke
veröffentlichte 1951 seine beiden ersten Romane, Prelude to Space (dt. Die
Erde läßt uns los, Gebrüder Weiß) sowie The Sands of Mars (dt. Projekt:
Morgenröte, Gebrüder Weiß).
- Von Isaac Asimovs
Foundation-Geschichten,
die bereits in den vierziger Jahren erschienen, gab es 1951 die erste Buchausgabe.
Außerdem wurde The Stars Like Dust (dt. Sterne wie Staub, Heyne)
veröffentlicht.
- A. E. van Vogts Isher-Geschichten
waren bereits Anfang der Vierziger in ASTOUNDING sehr erfolgreich. Ergänzt
um einen 1949 in THRILLING WONDER STORIES
erschienenen Text kam es 1951 zur ersten Buchausgabe.
- Stanislaw Lem schrieb
seinen ersten, heute schwer verdaulichen Roman Astronauci (dt. Der Planet des
Todes bzw. Die Astronauten), und John Brunner, der später mit ernsthafteren
Büchern für Aufsehen sorgen sollte, publizierte als 17jähriger unter dem Pseudonym Gill
Hunt seine erste Weltraum-Schmonzette Galactic Storm.
- Harry Harrison
debütierte im Februar 1951 im Magazin Worlds Beyond mit der Erzählung »Rock
Diver«.
- Weitere Debütanten waren Edgar Pangborn mit »Angels Egg« (Juni 1951 in TRIFFIDS;
dt. »Das Engelsei«), Julian May mit »Dune Roller« (Dezember 1951 in ASTOUNDING),
Walter M. Miller jr. mit »Secret of the Death of Dome« (Januar 1951 in AMAZING)
und E. C. Tubb mit »No Short Cuts« (Sommer 1951 in NEW WORLDS).
- P. Schuyler Miller führte 1951 in ASTOUNDING die legendäre
Rezensionsrubrik »Reference Library« ein und betreute sie bis zu seinem Tod im Jahr
1974.
- Und schließlich erhielt George R. Stewart für seinen zwei Jahre zuvor erschienenen
Roman Earth Abides (dt. Leben
ohne Ende, Heyne) den International Fantasy Award.
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Film
- Gleich zwei bedeutende SF-Filme wurden 1951 erstmals aufgeführt: The Thing
(dt. Das Ding aus einer anderen Welt), eine Howard-Hawks-Verfilmung der Novelle
»Who Goes There?« (1938) von John W. Campbell jr., beeindruckte die SF-Gemeinde
nachhaltig. Ähnliches gilt für den Robert-Wise-Film The Day the Earth Stood Still
(dt. Der Tag an dem die Erde stillstand), der nach der Erzählung »Farewell to
the Master« (1940) des ehemaligen Astounding-Herausgebers Harry Bates entstand.
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Personalities
Einige prominente Autoren wurden 1951 geboren, so zum Beispiel:
- A. A. Attanasio, hierzulande durch seine umfangreichen Romane Radix
und The Last Legends of Earth (dt. Die letzte Legende der Erde, beide
Bastei-Lübbe) bekannt;
- Greg Bear, preisgekrönter Hard-SF-Autor, der sich durch seine Novelle
»Blood Music« (dt. »Blutmusik«) hervortat und 2001 mit einem Foundation-Roman
blamierte;
- David F. Bischoff der zunächst Hard-SF schrieb, sich nun aber mit Star-Trek-Romanen
durchschlägt;
- Orson Scott Card,
mehrfach preisgekrönter Autor (Enders Game), von dem jedoch seit Jahren
kein lesbares Buch mehr erschien;
- Charles De Lint, Autor beachtlicher Fantasy-Romane, u. a. The
Little Country (dt. Das kleine Land, Heyne);
- Esther Friesner, Autorin lustiger und gewollt lustiger Fantasy-Romane,
die jedoch auch anders kann, wie sie mit Druids Blood (dt. Druidenblut,
Bastei-Lübbe) bewies;
- Barbara Hambly, Autorin zahlreicher, wenig bedeutsamer Fantasy-Romane
und Space Operas, die jedoch für den ausgezeichneten Roman Those Who Hunt the Night
(dt. Jagd der Vampire, Bastei-Lübbe) den Bram Stoker Award erhielt;
- Wolfgang Köhler debütierte 1976 in der DDR-Anthologie Begegnung
im Licht, blieb der SF jedoch später nicht treu;
- Thomas Le Blanc der sich als Anthologist einen Namen machte und
Mitbegründer der Phantastischen Bibliothek Wetzlar ist;
- Thomas K. Reich veröffenlichte in der DDR den Roman Sinobara;
- Geoff Ryman erhielt für The Unconquered Country: A Life History
(dt. Das unberührte Land, Heyne) sowohl den World Fantasy Award als auch den
British Science Fiction Award;
- William Wu schrieb einige Cyberpunk-Erzählungen und -Romane (siehe ALIEN CONTACT 7);
- Timothy Zahn ist ein Autor härterer Space Operas wie Deadman
Switch (dt. Totmannschaltung, Heyne), war aber mit einigen Star-Wars-Romanen
deutlich erfolgreicher.
Verstorben sind 1951:
- Algernon Blackwood (*1869), der vor allem durch seine unheimlichen
Erzählungen wie »The Willows« (dt. »Die Weiden«) bekannt wurde;
- Bernhard Kellermann (*1879), der den mehrfach verfilmten Beststeller Der
Tunnel (1913) schrieb;
- Lewis Sinclair (*1885), US-amerikanischer Nobelpreisträger für
Literatur, der auch einige phantastische Themen in seinen Werken verarbeitete.
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Wissenschaft und Technik
- Mauchly und Eckert entwickelten 1951 mit UNIVAC (Universal Automatic Computer) den
ersten Computer, der Daten auf Magnetband speichern konnte und in Serie gebaut wurde.
Somit war das Jahr 1951 der Beginn der Computerindustrie.
- In Amerika liefen die ersten Großversuche an, Fluorverbindungen dem Trinkwasser
beizumischen und somit die Zahl der Karieserkrankungen drastisch zu senken.
- Das Fernsehen trat endgültig seinen Siegeszug an. In den USA gab es die ersten
regelmäßigen Sendungen in Farbe, und in der Bundesrepublik wurde ab 1951 ein ständiges
Programm ausgestrahlt.
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