Weltgeschichte
- Die UNO verlängerte die Blauhelm-Missionen im Süd-Libanon, auf dem Sinai und auf
Zypern. US-Präsident James Carter und KPdSU-Generalsekretär Leonid Breschnew
unterzeichneten das SALT-II-Abkommen. China kündigte den seit 1950 gültigen
Friedensvertrag mit der UdSSR auf, und Ägypten und Israel unterzeichneten einen
Friedensvertrag in Washington.
- Grenzkonflikte beunruhigten die Region zwischen China, Vietnam und Kambodscha. Während
chinesische Truppen kurzzeitig in Vietnam eindrangen, besetzten vietnamesische Truppen die
kambodschanische Hauptstadt Phnom Penh. Anschließend rauchten alle Beteiligten die
Friedenspfeife und schlossen entsprechende Verträge, die das Papier nicht wert waren.
- In Afghanistan errichtete nach der Ermordung des Ministerpräsidenten Taraki dessen
Nachfolger Amin ein Terrorregime, das wiederum von dem aus sowjetischem Exil heimgekehrten
Bakrak Karmal beendet wurde. Nach der Hinrichtung Amins begann im Dezember 1979 die
Invasion durch sowjetische Streitkräfte. Im gleichen Jahr vertrieb der Schiitenführer
Ajatollah Chomeini im Iran Schah Mohammed Reza Pahlevi und rief eine Islamische Republik
aus. Die Übergangsregierung unter Ministerpräsident Mehdi Basargan warf bald darauf das
Handtuch und machte Platz für den noch heute aktiven Revolutionsrat. Die Anhänger des
Schahs wurden durch »Islamische Volksgerichte« zum größten Teil zum Tode verurteilt.
Im Irak folgte dem Staatspräsidenten al-Bakr dessen Premierminister Saddam Hussein im
Amt.
- Französische Truppen setzten in der Zentralafrikanischen Republik Kaiser Bokassa ab,
tansanische den ugandischen Diktator Idi Amin. In Ghana, El Salvador und Nicaragua kam es
zu Staatsstreichen. St. Lucia, St. Vincent und die Gilbert-Inseln erhielten die
Unabhängigkeit.
- Das Europäische Währungssystem (EWS) wurde gegründet, außerdem fanden erstmals
Direktwahlen zum Europarat statt.
- Die Grünen beschlossen auf einem Parteitag, sich als Bundespartei »Die Grünen« zu
nennen. In West-Berlin eröffnete das Internationale Congress Center (ICC).
- In der Tschechoslowakei wurden zehn Mitglieder der Bürgerrechtsbewegung Charta 77 zu
langjährigen Haftstrafen verurteilt.
- In der DDR veranstaltete zu Pfingsten 1979 die FDJ erstmals ein nationales
Jugendfestival, das mehr als eine Million Jugendliche nach Berlin zog. Es hatte den Zweck,
die »vaterländische Erziehung« der jungen Generation zu vertiefen. Die 22.000
Häftlinge, die anlässlich des 30. Jahrestags der DDR-Gründung amnestiert wurden, hatten
freilich noch nichts von dieser Festivität.
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Phantastische Ereignisse
- Nachdem bereits ein Jahr zuvor die BBC-Hörspielserie ausgestrahlt wurde, erschien 1979
der erste Band von Douglas Adams
Romanserie The Hitch Hikers Guide to the Galaxy (dt. Per Anhalter durch
die Galaxis), eine höchst gelungene Persiflage auf die Themen und Inhalte der
Science Fiction. Waren die Hörspiele bereits sehr erfolgreich, so sorgte dieser Roman
für Adams weltweiten Durchbruch.
- Peter Nicholls machte sich an die Arbeit, die bis dahin umfangreichste Enzyklopädie der
Science-Fiction-Literatur zusammenzustellen. Unterstützt wurde er von John Clute, der Mitherausgeber
war und einen Großteil der Einträge schrieb. The Encyclopedia of Science Fiction
erschien erstmals 1979, im Jahr 1993 wurde eine erweiterte und überarbeitete Ausgabe
veröffentlicht, die bis heute das Standardwerk ist.
- Isaac Asimov
war Ende der siebziger Jahre auf der Höhe seines Erfolgs. In den zehn Jahren seit 1969
waren genau 100 Bücher zumeist Sachbücher erschienen, die Asimovs Namen
auf dem Titel tragen. In seinem zweihundertsten Buch Opus 200 (1979; dt. Opus
200) hielt der Autor Rückschau auf sein Werk und präsentierte Kurzgeschichten,
Essays und Buchauszüge. Im gleichen Jahr erschien auch der erste Band seiner
Autobiographie In Memory Yet Green: The Autobiography of Isaac Asimov (1920-1954),
die nicht ins Deutsche übersetzt wurde.
- Piers Anthony war bereits für seine exotischen Space Operas bekannt. 1979 kam der erste
Band der Tarot-Trilogie heraus, God of Tarot (dt. Der Gott von Tarot),
der sehr erfolgreich war, jedoch nicht zu seinen wichtigsten Werken zählt. Die beiden
Fortsetzungen Vision of Tarot (dt. Die Visionen von Tarot) und Faith
of Tarot (dt. Die Hölle von Tarot) erschienen ein Jahr später.
- Gregory Benford, bekannt für seine wissenschaftlich orientierten SF-Romane, wurde 1979
Professor für Physik an der University of California.
- Arthur C. Clarke landete
mit The Fountains of Paradise (dt. Fahrstuhl zu den Sternen) einen
Bestseller, der von der Kritik jedoch sehr unterschiedlich beurteilt wird.
- Mit neuen, sehr ungewöhnlichen Ideen konnte Orson Scott Card
aufwarten. Sein Roman Treason (dt. Treason Der Spenderplanet)
thematisierte eine sehr unkonventionelle Art der Organspende.
- Ein weiterer neuer Autor war John Crowley, der später mit dem Roman Little, Big
zu Bestsellerehren kommen sollte. Sein Roman Engine Summer (1979; dt. Maschinensommer)
ist ein melancholisches Buch, das in einem pastoralen Amerika nach der Katastrophe spielt.
- Thomas M. Dischs On Wings of Song (dt. Auf Flügeln des Gesangs)
gehört zu den drei wichtigsten Werken des Autors.
- Ian Fleming schrieb 1955 den James-Bond-Roman
Moonraker (dt. Moonraker), der 1979 mit Roger Moore in der Hauptrolle
verfilmt wurde.
- Ein besonders schönes Buch war Harry Harrisons Planet
Story (dt. Planetenstory). Es hat ein außergewöhnliches Format und ähnelt
eher einem Bildband, denn es entstand in Zusammenarbeit mit Jim Burns, der die
Illustrationen anfertigte, die im Buch mehr Raum einnehmen als der Text.
- Zwar konnte Frank Herbert nie wieder den Erfolg seiner Dune-Serie übertreffen,
erfolgreich war jedoch auch die Pandora-Serie, die er gemeinsam mit Bill Ransom
schrieb. Der erste Band hieß The Jesus Incident (dt. Der Jesus-Zwischenfall),
die Fortsetzungen erschienen 1983 und 1988.
- Stephen King hatte bereits mit einigen Horror-Romanen Bestsellerstatus erreicht. 1979
veröffentlichte er gleich zwei Bücher mit Science-Fiction-Themen . Zum einen The
Dead Zone (dt. Dead Zone Das Attentat) über einen paranormal
begabten Mann, der durch ein Attentat auf einen Politiker eine zukünftige Nazi-Herrschaft
in den USA verhindern will, und The Long Walk (dt. Todesmarsch) über
den im deutschen Titel benannten Todesmarsch, der als Medienspektakel veranstaltet wird.
Letztgenannter Roman erschien unter den Pseudonym Richard Bachman, das King zunächst für
fünf Thriller verwendete.
- Auch Doris Lessing widmete sich eine Zeit lang SF-Themen und schrieb fünf Romane über
das Sternenreich von Canopus, beginnend mit Re: Colonised Planet 5, Shikasta
(späterer Titel Shikasta, dt. Shikasta). Darin ging es der Autorin
weniger um die Schilderung galaktischer Kriege, sondern vielmehr um eine Allegorie auf die
Menschheitsgeschichte. Trotzdem ein recht anstrengender Lesestoff.
- Deutlich unterhaltsamer ist die Novelle »Enemy Mine« (September 1979 in Asimovs;
dt. »Du, mein Feind« bzw. »Mein lieber Feind«), die sowohl mit dem Hugo als auch mit
dem Nebula ausgezeichnet und 1985 von Wolfgang Petersen verfilmt wurde.
- Eines der führenden Magazine mit SF-Storys war OMNI, in dem unter
anderem die beiden preisgekrönten Erzählungen »Sandkings« (August 1979; dt.
»Sandkönige«) und »The Way of Cross and Dragon« (Juni 1979; dt. »Der Weg von Kreuz
und Drachen«) von George R.
R. Martin erschienen.
- Frederik Pohl veröffentlichte den Roman JEM: The Making of a Utopia (dt. JEM
- Die Konstruktion einer Utopie) sowie seine hochinteressante Autobiographie The
Way the Future Was.
- Die bereits Jahre zuvor erschienenen Kurzgeschichten von Cordwainer Smith wurden
gesammelt in zwei Bänden veröffentlicht. Nach The Best of Cordwainer Smith
(1975) folgte 1979 schließlich The Instrumentality of Mankind (dt. Die
Instrumentalität der Menschheit).
- John Varley, der auch durch seine außergewöhnlichen Kurzgeschichten auffiel, wandte
sich dem Romanschreiben zu und veröffentlichte den ersten Band seiner Gäa-Trilogie:
Titan (dt. Der Satellit). Die beiden Nachfolgebände hießen Wizard
(1980; dt. Der Magier) und Demon (1984; dt. Der Dämon).
- In der BRD erschien ein sehr interessanter Alternativweltroman von Carl Amery, An den Feuern
der Leyermark.
- Die bemerkenswertesten SF-Veröffentlichungen in der DDR waren die Buchdebüts von Karlheinz Steinmüller,
Der letzte Tag auf der Venus, und von Erik Simon, Fremde Sterne.
Eher ein Tiefpunkt der DDR-SF war Paul Ehrhardts Roman Spuren im Mondstaub.
Bemerkenswert war außerdem eine Anthologie mit Erzählungen westdeutscher und
West-Berliner Autoren mit dem Titel Das Rheinknie bei Sonnenaufgang.
- Der wichtigste Film für die Science Fiction war zweifellos Alien von Ridley
Scott, der durch die Fremdartigkeit des von H. R. Giger geschaffenen Außerirdischen und
einige Horroreffekte zu schockieren wusste. Alan Dean Foster schrieb übrigens das Buch
zum Film, das im gleichen Jahr erschien.
- Hauptsächlich Trekkies begeisterten sich für den ersten Kinofilm mit Captain Kirk, Star
Trek The Motion Picture (dt. Star Trek Der Film). Der Rest des
Kinopublikums wunderte sich darüber, warum in einem Kinofilm mit durchaus
sehenswerten Spezialeffekten nicht viel mehr als in einer durchschnittlichen
Fernsehfolge passiert
und langweilte sich. Auf dem Cover des Romans zum Film, der
ebenfalls 1979 herauskam, ist als Autor Gene Roddenberry genannt.
- Weniger für das große Kinopublikum als vielmehr für Cineasten interessant war Andrej
Tarkowskis Film Stalker, der sich an Motive aus Arkadi und Boris
Strugazkis Roman Picknick am Wegesrand anlehnt.
- Nicht sonderlich erfolgreich, dafür aber sehr unterhaltsam war der Film Time After
Time (dt. Flucht ins Heute), der auf dem gleichnamigen, 1976 erschienenen
Roman von Karl Alexander basiert.
- Außerdem wurde erstmals der Fernsehmehrteiler The Martian Chronicles (dt. Die
Mars-Chroniken) ausgestrahlt, in dem Rock Hudson und Maria Schell nicht gerade
glänzten. Die literarische Vorlage von Ray Bradbury wurde übrigens von Richard Matheson
zum Drehbuch umgearbeitet.
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Debüts
- Michael P. Kube-McDowell (geb. 1954) debütierte mit der Erzählung
»The Inevitable Conclusion« in AMAZING. Er schrieb später zahlreiche
Storys, jedoch wenige Romane.
- Michael A. McCollum (geb. 1946) debütierte in ANALOG
mit der Kurzgeschichte »Duty, Honor, Planet«. In Deutschland wurde er mit einem halben
Dutzend recht durchschnittlicher Space Operas bekannt, die bei Heyne erschienen.
- Timothy Zahn (geb. 1951) debütierte mit der Story »Ernie« in ANALOG.
Er entwickelte sich zu einem der besseren Hard-SF-Autoren, hatte aber mit seinen
Star-Wars-Romanen mehr Erfolg.
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Gestorben
- Lasar Josifowitsch Ginsburg (1903-1979) veröffentlichte unter dem
Pseudonym Lasar Lagin in der Sowjetunion die phantastischen Romane Patent
"A. V." (1947) und Neujahrsschnee (1966).
- Werner Illing
(1895-1979) schrieb in der Zeit der Weimarer Republik sozialistische Utopien. Am
bekanntesten ist sein satirischer Roman Utopolis
(1930).
- Ed Earl Repp (1901-1979) veröffentlichte seit 1929 insgesamt 55
SF-Storys in Pulp-Magazinen. Später machte er Karriere als Drehbuchautor in Hollywood.
- Arno Schmidt (1914-1979) war für seine sprachlichen Innovationen,
seine beißenden Satiren und allerlei experimentelle Texte bekannt. Einige seiner Werke
spielen mit phantastischen Themen, auch wenn man sie kaum als Science Fiction bezeichnen
kann, zum Beispiel Leviathan (1949), Kaff auch Mare Crisium (1960) oder Schwarze
Spiegel (1963).
- Die niederländische Schriftstellerin Helma Wolf-Catz (1900-1979) war
eine Vertreterin des magischen Realismus. Als Ihr Hauptwerk gilt der Sydonia-Cyclus
(1960-1964).
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Preise
- Hugo Gernsback Award
- Novel: Dreamsnake von Vonda N. McIntyre (dt. Traumschlange,
Knaur; Die Traumschlange, Bastei-Lübbe)
- Novella: »The Persistence of Vision« von John Varley (dt. »Die
Trägheit des Auges« in Varley: Voraussichten, Goldmann)
- Novelette: »Hunters Moon« von Poul Anderson (dt. »Jägermond«
in Jeschke [Hrsg.]: Heyne Science Fiction Jahresband 1980, Heyne)
- Short Story: »Cassandra« von C. J. Cherryh (dt. »Kassandra« in
Jeschke [Hrsg.]: Science Fiction Jubiläumsband - Das Lesebuch, Heyne)
- Dramatic Presentation: Superman: The Movie
- Professional Editor: Ben Bova
- Professional Artist: Vincent Di Fate
- Fanzine: SCIENCE FICTION REVIEW
(herausgegeben von Richard E. Geis)
- Fan Writer: Bob Shaw
- Fan Artist: Bill Rotsler
- Campbell Award: Stephen R. Donaldson
- Gandalf Award (Grand Master): Ursula K. Le Guin
- Gandalf Award (Book-Length Fantasy: The White Dragon von Anne
McCaffrey (dt. Der weiße Drache, Heyne)
- Nebula-Award
- Novel: The Fountains of Paradise von Arthur C. Clarke (dt. Fahrstuhl
zu den Sternen, Bastei)
- Novella: »Enemy Mine« von Barry B. Longyear (dt. »Du, mein Feind«
bzw. »Mein lieber Feind«)
- Novelette: »Sandkings« von George R. R. Martin (dt.
»Sandkönige«)
- Short Story:»giANTS« von Edward Bryant (dt. »Das
New-Mexico-Projekt«)
- Grand Master Award: L. Sprague de Camp
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Wissenschaft und Technik
- Im März bzw. Juli 1979 flogen die beiden Sonden Voyager 1 und Voyager 2 am Jupiter
vorbei und übermittelten zahlreiche Daten über die Monde des Riesenplaneten zur Erde.
- Das bemannte sowjetische Raumschiff Sojus 34 umkreiste 175 Tage lang die Erde.
- Bei der Untersuchung von Sedimentschichten mit der neu entwickelten
Neutronen-Aktivierungs-Analyse entdeckte der US-amerikanische Wissenschaftler Walter
Alvarez hohe Konzentrationen von Iridium, das ca. 65 Millionen Jahre alt ist. Er stellte
die Theorie auf, dass dieses Iridium von einem kosmischen Körper einem großen
Meteoriten oder einem Kometen stammen könnte, der damals auf der Erde
eingeschlagen ist und das Aussterben der Dinosaurier ausgelöst hat.
- Die am höchsten gelegene Seilbahn Europas nahm auf dem kleinen Matterhorn den Betrieb
auf.
- Die japanische Firma Sony stellte den ersten serienreifen Walkman vor und verkaufte
davon in vier Monaten 60.000 Stück.
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