Eisenbahnstadt Berlin AnhangDie Baudirektion BerlinGroßdeutschlands Eisenbahner (1942) |
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| Eisenbahnstadt Berlin | ||||
| Das nationalsozialistische Reich hat auch die anscheinend
unumstößliche Auffassung berichtigt, daß es für die deutschen Eisenbahnen keine
großen Zukunftsaufgaben mehr gebe. Nicht nur einzelne kleinere und größere Bauvorhaben
stellten sich als notwendig heraus, sondern Planungen allergrößten Stils ergaben sich
namentlich im Zusammenhang mit der Umgestaltung der Großstädte. Solange die Bauaufgaben
sich einigermaßen in dem normalen Rahmen halten, werden sie von den Bauabteilungen der
Reichsbahndirektionen durchgeführt. Für Neubauaufgaben außergewöhnlichen Umfanges sind
besondere Reichsbahnbaudirektionen geschaffen worden, und zwar in Berlin und in München.
Eine solche Baudirektion hat als Dienststelle den Umfang einer betriebsführenden
Direktion. Sie gliedert sich unter einem Präsidenten in Abteilungen für Hochbau,
Brückenbau, Maschinenbautechnik und Verwaltung. Als Außenorgane hat sie die
bautechnischen, maschinenbautechnischen und hochbautechnischen Bauämter, die draußen ihr
Bauaufsichts- und Bauleitungspersonal haben und mit den ausführenden Firmen
zusammenarbeiten. Aufgabe der Baudirektionen ist die Planung und Ausführung der großen Bauvorhaben im Rahmen des Umbaues von Berlin und München. Beides erfolgt in engstem Zusammenwirken mit den vom Führer für den städtebaulichen Umbau eingesetzten Stellen, in Berlin mit dem Generalbauinspektor für den Umbau der Reichshauptstadt, Reichsminister Speer. Am 14.6.1938 ist gleichzeitig mit dem Baubeginn an der Nordsüdachse und der Grundsteinlegung für das Haus des Fremdenverkehrs an elf Stellen der Umbau der Reichsbahnanlagen in und um Berlin in Angriff genommen worden. Die Planung ist weiträumig und großzügig und nimmt auf die zu erwartenden Verkehrsbedürfnisse in jeder Weise Rücksicht. Sie ist in großen Zügen der Öffentlichkeit bekannt. Es handelt sich darum, den Güter- und Personenverkehr der Reichshauptstadt den gewachsenen und ständig weiter wachsenden Bedürfnissen anzupassen. War ursprünglich einmal die Berliner Ringbahn als Güterbahn mit zusätzlichem Personenvorortsverkehr gebaut worden, so muß ein neuer, viel weiterer Güterring um Berlin entstehen, dessen Umfang durch die Orte Wuhlheide, Buchholz, Tegel, Großbeeren gekennzeichnet wird. Wahrscheinlich wird auch dieser Ring im weiteren Verlauf der Großberliner Siedlung noch für den Personen- und auch den S-Bahnverkehr eingerichtet werden. Damit ist die alte Berliner Ringbahn allein für den Personenverkehr frei und kann nach entsprechendem Ausbau den gesamten Fernverkehr durch den neu zu erbauenden Nord- und Südbahnhof aufnehmen. Dadurch fallen die alten Berliner Kopfbahnhöfe für den Fernverkehr fort. Der Nahverkehr wird einmal dadurch abgebaut, daß weitere Eisenbahnstrecken, wie die nach Königswusterhausen, Nauen und Werneuchen in das S-Bahnnetz einbezogen werden und daß ferner der S-Bahnverkehr durch die Stadt wesentlich erweitert wird. Durch die Leitung der Fernzüge auf den Ring wird die alte Stadtbahn viergleisig für den Nahverkehr frei. Außer der schon bestehenden Nordsüd-S-Bahn wird noch eine zweite Nordsüdbahnlinie geschaffen werden. Dadurch wird Berlin künftig in ostwestlicher und nordsüdlicher Richtung je zwei leistungsfähige S-Bahnverbindungen erhalten, die imstande sein werden, jede Erweiterung des Zubringerverkehrs aus den Außenbezirken aufzunehmen. Das ist in ganz großen Umrissen die Eisenbahnplanung für Berlin. |
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