Eisenbahnstadt Berlin AnhangKnotenpunkt des Güterverkehrs: BerlinReichsbahn-Kalender (1930) |
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| Eisenbahnstadt Berlin | ||||
| Der größte Güterverkehrsknotenpunkt Deutschlands ist
Berlin. 4 ½ Millionen Menschen sind hier auf engem Raum zusammengedrängt und verursachen
einen großen Güterbedarf. Mehr als ¼ aller deutschen A.-G. und fast 1/3 aller im Reich
bestehenden G. m. b. H. haben ihren Hauptsitz in Berlin. Eine große Industrie ist hier
hauptsächlich mit der Weiterverarbeitung von Halb- und Fertigfabrikaten beschäftigt,
während Rohstoffe nur in geringem Maße verarbeitet werden. Vorherrschend ist die
elektrische Industrie, die Feinmechanik und Optik, die Eisen-, Metall-, Maschinen- und
chemische Industrie und die Konfektion.
Der Güterempfang Berlins beträgt jährlich rund 22 Millionen Tonnen, von denen 16 Millionen die Reichsbahn und 6 Millionen die Schiffahrt anbringen. Der Versand mit der Reichsbahn stellt sich auf rund 6 Millionen Tonnen. Daß der Empfang erheblich den Versand überwiegt, ist das typische Zeichen für den Verkehr einer Großstadt mit erheblichem Eigenbedarf. Nach und von Berlin wird der tägliche Güterverkehr mit 500 Güterzügen bewältigt,
darunter 300 Ferngüterzüge. Berlin verfügt über sieben große Verschiebebahnhöfe am
Außenrande der Stadt; in Seddin, Wustermark und Tempelhof liegen die größten. Dem
Verkehr mit dem Frachtkunden dient eine große Reihe von Güterbahnhöfen mit großen
Abfertigungen, an erster Stelle der Berlin-Hamburger und Lehrter Bahnhof mit einer
durchschnittlichen Behandlung von 611 Wagen täglich. Als wichtige Umladeanlage für den
Stückgutverkehr liegt im Herzen Berlins der Anhalter Güterbahnhof, auf dem im Jahre 1928
124 000 Wagen mit 107 000 t behandelt wurden. |
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