| Zu den Klassikern der Fantasy
gehört zweifellos der fünfbändige Zyklus um Taran. Lloyd Alexander entführt
den Leser hier in ein phantastisches Reich, das sich sehr stark an walisische
Überlieferungen anlehnt. Obwohl die Romane inhaltlich miteinander verbunden sind, lässt
sich jeder Band unabhängig von den anderen lesen. Im dritten Band der Serie richtet
sich die Aufmerksamkeit mehr auf Eilonwy, die Prinzessin von Llyr. Das junge
Mädchen, das wie der junge Hilfsschweinehirt Taran schon länger auf Caer Dalben lebt,
wird an den Königshof von Mona geschickt, um die Erziehung einer Adligen zu erhalten.
Taran begleitet sie dorthin, weil er sie nicht mit dem tollpatschigen Prinzen Rhun allein
lassen möchte. Seine bösen Ahnungen werden vom Fürsten von Don bestätigt, der in
Verkleidung eines Schuhmachers auf Mona weilt. Denn Gwydion hat entdeckt, dass Eilonwys
Patin Achren den Einsturz ihrer Festung überlebt hat, den Gwydion und Taran zu
verantworten haben. Heute wie damals will die zauberkundige Hexe durch die Prinzessin, die
die letzte ihrer Blutlinie ist, an das Erbe der Zauberinnen von Llyr kommen. Und sie hat
schon einen Verbündeten am Hofe, der in ihrem Sinne handelt. Nun ist Eile geboten, um das
Schlimmste zu verhindern. Wie gut, dass Taran Freunde wie den Tiermenschen Gurgi und den
Barden Flewddur hat, die ihm zur Seite stehen.
Diesmal erklärt Lloyd Alexander in einer Vorbemerkung offen die Intention seiner
Serie: Er will dem jungen (und vielleicht auch älteren) Leser die Mythen seiner Heimat
auf unkomplizierte und spannende Weise nahebringen und sein Interesse wecken. Auch die
Figuren entwickeln sich weiter. Taran hat aus seinem Abenteuer mit dem Zauberkessel
gelernt und ist verantwortungsvoller und bescheidener geworden. Die Beziehung zu Eilonwy
vertieft sich. Nicht länger ist sie für den Jungen nur das besserwisserische Mädchen,
sondern eine wichtige Freundin, die er nicht mehr missen möchte. Wieder einmal
gelingt dem Autoren eine kindgerechte, aber auch für Erwachsene spannende Geschichte, die
mit viel Liebe gesponnen ist. Und damit beweist er, dass man nicht viele Worte machen
muss, um einen zeitlosen Klassiker zu schaffen.
Christel Scheja ALIEN CONTACT
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