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| »In der Reihe Meisterwerke der Fantasy präsentiert der
Heyne-Verlag eine Auswahl der besten, originellsten und wichtigsten Fantasy-Romane, die je
geschrieben wurden - von Autoren die gemeinsam mit J. R. R. Tolkien
die moderne Fantasy begründet haben.« Unter
diesem Motto sind mehrere Romane erschienen, die diesen Anspruch erfüllen sollen. Das zerbrochene Schwert von dem 2001 verstorbenen Poul Anderson ist eines dieser Bücher. Es ist bereits 1971 im englischsprachigen Raum und 1979 in Deutschland unter dem Titel Das geborstene Schwert im Bastei-Verlag erschienen. In einer Zeit, in der Wikinger und Engländer um die Vorherrschaft auf den britischen Inseln kämpfen und das Christentum langsam die alten Religionen verdrängt, herrscht auch in der Anderswelt Unruhe. Der Elfengraf Imre entführt den Sohn eines menschlichen Stammesfürsten und ersetzt ihn durch seinen, mit einer gefangenen Trollfrau gezeugten, Wechselbalg. Damit beginnt eine Reihe von Ereignissen, die Ragnarök - die letzte Schlacht vor Anbeginn einer neuen Zeit - heraufbeschwören. Die alten Götter halten ihre Hand über den im Elfenreich aufwachsenden Skafloc, der gleichermaßen im Umgang mit der Waffe wie auch der Magie unterwiesen wird. Derweil wächst der Wechselbalg Valgard unter den Menschen auf. Zwar ist er ein guter Kämpfer, der von seinem Vater geschätzt wird, aber die meisten anderen fürchten und hassen ihn wegen seiner Grausamkeit. Eine Hexe schürt den Jähzorn des jungen Mannes, so dass er schließlich seine Brüder und seinen Vater umbringt, und berichtet ihm dann von den Umständen seiner Geburt. So geblendet raubt Valgard seine Schwestern und begibt sich an den Hof der Todfeinde der Elfen - der Trolle. Ihnen bietet er seine Kampfkraft und die Mädchen an. Doch sie werden vor diesem schlimmen Schicksal gerettet, als Elfen unter der Führung Skaflocs die Trollburg überfallen. Der König der Trolle schwört Rache und schickt dazu Valgard aus. Der Wechselbalg ist bei der Eroberung des Elfenreiches erfolgreich - doch Skafloc, sein größter Feind ist nicht unter den Gefangenen. Der Menschensohn wird derweil auf seine Bestimmung als Träger des zerborstenen Schwertes vorbereitet und verliebt sich in die schöne Frida. Doch diese Liebe hat einen bitteren Beigeschmack - ist Frida doch seine Schwester. Eine uralte Prophezeiung, machtvolle Licht- und Schattenwesen der Anderswelt, das letzte Aufbegehren der alten Götter und Zauberwesen, nicht zuletzt aber der Streit zwischen zwei ungleichen Brüdern und eine inzestuöse Liebe sind die Elemente, die Anderson verwendet, um eine Brücke von den altnordischen Sagas zur modernen Fantasy zu bauen. Mehr als Der Herr der Ringe ist Das zerbrochene Schwert irdischen Vorbildern verhaftet, wird aber gerade dadurch zu einem Roman, der die Bedingungen des Verlages als »Meisterwerk« erfüllt. Zwar ist das Buch, was Handlung, Schauplätze und Personen angeht, nicht gerade originell, selbst das Ende ist früh abzusehen, aber es steht stellvertretend für alle anderen Romane, die im Fantasy-Genre Sagenmotive verwenden oder nacherzählen. Mehr als modernen Autoren gelingt es Anderson, mit wenigen Beschreibung und einer straffen, spannenden Handlung Atmosphäre zu erzeugen, wie die Geschichtenerzähler an knisternden, wärmespendenden Kaminen. Nur eine Kleinigkeit gibt es zu bemängeln: In der vorliegenden Ausgabe wurde das Vorwort von Lin Carter aus dem Jahre 1971 (in dem er biographische und bibliographische Details zu Anderson erwähnt und berichtet, dass das Das zerbrochene Schwert bereits 1954 in kleiner Auflage erschien, die allerdings weniger beachtet wurde) durch eines von Kai Meyer ersetzt, der schildert, welche Bedeutung das Buch für ihn gehabt hat. Christel Scheja ALIEN CONTACT |
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