| Der Drache von Samarkand ist ein hart geschriebener Agententhriller
in futuristischem Ambiente. Ian Cormac - ein cybertechnisch vernetzter Spezialagent - wird
bei einem Einsatz enttarnt und tötet dabei die Schwester des Anführers der infiltrierten
terroristischen Organiation. Nur um Haaresbreite gelingt ihm die Flucht. Kaum dieser
Katastrophe entronnen, bekommt Cormac einen neuen Auftrag. Diesmal geht es um einen Unfall
bei der Benutzung des interstellaren Transportsystems, des Runcible. Bei einer
mißglückten Übertragung explodierte das Sternentor auf Samarkand und verwüstet den
gesamten Außenposten. Cormac soll den Vorfall nach Hinweisen von Sabotage abklopfen und
gegebenenfalls den Hintergründen nachgehen. Der Auftrag erweist sich für Comac als
größte Herausforderung seines Lebens, weil er sich dazu vom cybernetischen Netzwerk der
planetenweit kommunizierenden Groß-KIs lösen muß, mit dem er seit dreißig Jahren
verbunden ist.
Neil Asher läßt seinen Helden in einer abwechslungsreichen und spannenden Geschichte
gegen fast unbesiegbare Golems (hochgezüchtete Roboter mit einer komplexen KI),
rätselhafte Außerirdische oder einfache Banditen antreten. Der gesamte Spanungaufbau und
die Handlungsführung erinnern an diverse Hollywood-Actionfilme, ohne allzusehr
abzuflachen. Die Helden sind glaubhaft, vom Charakterprofil her jedoch etwas
oberflächlich geschildert.
Zu Irritationen führen bisweilen die esoterisch angehauchte Hintergrundgeschichte und
einige kleinere Ungereimtheiten in der Story. Für Liebhaber packender Hard-SF bietet Der
Drache von Samarkand genau die richtige Mischung von Thriller-Elementen und Science-Fiction-Inhalten auf literarisch
akzeptablem Niveau.
Gerd
Frey ALIEN CONTACT
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