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| Es gibt nicht sonderlich viele Bücher phantastischen Inhalts von Isaac
Asimov, die bisher nicht ins Deutsche übersetzt wurden. Azazel ist eine Sammlung
von spaßigen Fantasygeschichten, die Asimov in den achtziger Jahren verfasst hat. 1980 schrieb Asimov auf Bitten des Herausgebers Eric Potter die erste von zahlreichen monatlich erschienenen Geschichten über den »Union Club« für ein Kriminalmagazin. Die Story hieß »Getting Even« und war eine Art Fantasy-Krimi, in dem ein zwei Zentimeter großer Dämon auftauchte. Die Geschichte wurde zwar veröffentlicht, Asimov allerdings gebeten, auf diesen seltsamen Dämon in Zukunft zu verzichten. Er hatte bereits eine zweite Geschichte mit dem Titel »One Night of Song« geschrieben, legte sie jedoch beiseite. Etwas später benannte er die Figuren dieser Geschichte um, verkaufte den Text an das MAGAZINE OF FANTASY AND SCIENCE FICTION und startete damit eine neue Reihe von Geschichten, bis Shawna McCarthy, die Herausgeberin von ISAAC ASIMOV'S SCIENCE FICTION MAGAZINE protestierte und darauf bestand, dass alle nachfolgenden Geschichten bei ihr veröffentlicht werden. Schließlich trug das Magazin Asimovs Namen, und es könnte geschäftsschädigend sein, wenn seine Geschichten bei der Konkurrenz erscheinen. Und so schrieb Asimov bis zu seinem Tod im Jahr 1992 insgesamt 27 Erzählungen, von denen 18 im vorliegenden Band zu finden sind, acht weitere in dem Sammelband Zauberland, der 1997 bei Bastei-Lübbe erschienen ist. Es gibt in den Azazel-Geschichten jeweils drei Protagonisten. Zum einen den Erzähler, Asimov selbst, der von seinen Zusammentreffen mit George Bitternut berichtet. Diese Berichte sind jeweils nur eine Einleitung zu den eigentlichen Geschichten, die wiederum George Bitternut erzählt, der die Fähigkeit hat, den kleinen Dämon Azazel zu beschwören. Azazel hat aufgrund seiner Größe nur begrenzte magische Fähigkeiten, die er jedoch auf Georges Bitten gern einsetzt. Allerdings darf sich George durch Azazels Magie nicht bereichern, sondern muss anderen oder dem Gemeinwohl dienen. Zwar erfüllt Azazel meist die an ihn herangetragenen Wünsche, oft jedoch zu wörtlich, so dass am Ende in jeder Geschichte irgendetwas schief geht. Asimov versucht in den Geschichten witzig zu sein, was ihm leider nur relativ selten gelingt, denn viele der Erzählungen sind zu voraussehbar, da sie immer nach dem gleichen Schema ablaufen. In seinem Vorwort bezieht sich Asimov wie auch schon in anderen Essays auf P. G. Wodehouse, den er sehr verehrte. Nur leider lagen Asimovs Stärken auf anderen Gebieten als dem der Komik. Dass Wodehouse Humor auch nicht mehr ganz zeitgemäß ist, sieht man daran, dass kaum eines seiner zahlreichen Bücher in Deutschland lieferbar ist, von den Ausgaben der Edition Epoca einmal abgesehen. Trotzdem ist es interessant zu beobachten, wie ein Rationalist wie Asimov mit dem Thema Magie umgeht. Asimov war vielleicht kein Meister der heiteren Fantasy, aber in diesem Buch kann man immerhin ein ganz andere Facette des vielseitigen Autors kennen lernen. |
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