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| Einst schickte Isaac
Asimov seinen Weltraumranger Lucky Starr einmal quer durchs Sonnensystem. Das Konzept
der sechsbändigen Jugendserie aus den 50er Jahren scheint mittlerweile auch Ben Bova zu
verfolgen: Nach Venus und den beiden Mars-Romanen gilt es nunmehr, den Jupiter zu erkunden. Dort
möchte Grant Archer, die Hauptfigur des Romans, jedoch gar nicht hin. Viel lieber würde
er seine vierjährige allgemeine Dienstpflicht als Astrophysik-Praktikant auf dem
Mondobservatorium verbringen, um möglichst nahe bei seiner Frau zu sein. Doch in dieser
von Fundamentalisten aller Religionen beherrschten Zukunft scheint Gott - oder zumindest
Sein Bodenpersonal - andere Pläne für sein Leben zu haben. So erhält Grant den Auftrag,
zur Orbitalstation Gold zu reisen, um dort auszuspionieren, wie weit die Pläne
für eine bemannte Jupitermission gediehen sind. Dieses Vorhaben ist den kreationistischen
Machthabern ein Dorn im Auge, weil es die Existenz intelligenten Lebens auf diesem
Planeten beweisen und damit die Schöpfungsgeschichte in Frage stellen könnte. Obwohl
Grant deren Ansichten nicht teilt, nimmt er die Aufgabe an und stimmt gleichzeitig einer
jahrelangen Trennung von seiner Frau zu. Auf der Station angekommen, benutzt man Grant
zunächst als Laufburschen. Mit der Zeit wird er jedoch immer stärker in die
Missionsvorbereitungen integriert. Aber je mehr Verantwortung Grant übernimmt, desto
größer wird auch die Gefahr, von seinen Kollegen als Spion entlarvt zu werden. Bis die Jupitermission startet, ist es zwar ein langer Weg, doch lässt sich Bova einiges einfallen, um dem Leser das Warten zu versüßen: Zum einen birgt das Stationsleben etliche Geheimnisse und unausgesprochene Konflikte, von denen mit jedem Kapitel ein weiteres Detail enthüllt wird. Zum anderen enthält der Roman eine Menge jener liebevoll gestalteten Szenen, die auch Mars auszeichneten - und nach denen der Leser in Rückkehr zum Mars sowie Venus vergeblich suchte. Besonders eindringlich werden Grants Strapazen bei der Eingliederung in den Stationsalltag beschrieben. Jeder Leser, der schon einmal irgendwo neu anfangen musste und dort ganz unten in der Hierarchie stand, wird sie problemlos nachempfinden können. Leider wartet der Autor auch diesmal mit einigen klischeehaften Figuren auf. Obendrein ist der Konflikt zwischen idealistischen Wissenschaftlern und religiösen Fundamentalisten in unbeugsamer Schwarz-Weiß-Manier dargestellt. Bova hätte wenigstens berücksichtigen können, dass nicht alle Religionen in neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen den Verlust des eigenen Offenbarungsanspruchs sehen. Auch führt er einige Spannungsfäden zu keinem zufrieden stellenden Ende und verwendet ein paar dramaturgische Kniffe, die der Leser schon aus anderen Romanen des Autors kennt. Doch spätestens wenn die Missionsteilnehmer zur Erkundung des Jupiter aufbrechen, können diese Schwächen das Lesevergnügen nicht mehr trüben. So werden auch kritische Leser gebannt verfolgen, welche Überraschungen im weiten Ozean des Riesenplaneten warten. Nicht zuletzt, weil es Bova gelingt, dem Jupiter auf eine Weise Leben einzuhauchen, wie es vor ihm noch kein Science-Fiction-Autor vermochte. Gregor Jungheim ALIEN CONTACT |
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| Titelbild Ausgezeichnet mit dem Kurd Laßwitz Preis in der Kategorie »Beste Graphik 2002« | ![]() |
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