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Serge Brussolo

Peggy Sue und der blaue Hund

Peggy Sue et les Fantômes - Le jour de chien bleu • 2001

Science Fiction > Alien Contact
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Peggy Sue und der blaue Hund, das weckt Assoziationen zu Die drei ??? und XY oder natürlich Harry Potter und YX. Ein Kinderbuch also, mit mindestens einem Drachen, wenn man dem Cover glauben schenken darf. Man darf nicht, und auch Harry Potter sitzt nicht in der Klasse der 14jährigen Peggy Sue.

Sie ist neu im Städtchen Point Bluff und der einzige Mensch, der die Unsichtbaren wahrnehmen kann. Die Unsichtbaren sind Außerirdische, die an eine Mischung aus klassischen Gespenstern und einem Klecks Schlagsahne erinnern. Nur sind sie nicht im Geringsten so süß wie Schlagsahne, im Gegenteil, der Schabernack, den sie mitleidlos mit den Menschen treiben, endet nicht selten tödlich, aus purer boshafter Freude lassen sie Autos von der Fahrbahn abkommen und dergleichen. Und mit der größten Freude würden sie auch Peggy Sue um die Ecke bringen, doch ein mächtiger Zauber schützt das Mädchen vor direkten Angriffen der Unsichtbaren auf ihr Leben.

Plötzlich erscheint über Point Bluff eine blaue Sonne, und Peggy Sue vermutet ein Werk der Unsichtbaren. Doch im ersten Moment scheint die Sonne ein angenehmes Geschenk; wer sich in ihren Strahlen aufhält, dessen Intelligenz steigt drastisch an. Zumindest bis zum Abend, denn mit der Nacht verschwinden auch alle genialen Gedanken, und die zahlreichen neuen Erfindungen der Stadtbewohner sind am folgenden Tag für die Tüftler völlig unverständlich geworden. Doch während die Menschen mit diesen Intelligenzschwankungen leben müssen, wachsen die geistigen Fähigkeiten der Tiere permanent an. Und schon bald verbrüdern sich Hunde, Kühe, Füchse, Hühner unter der Führung des blauen Hundes, um in Point Bluff die Herrschaft zu übernehmen. Sie wollen in Häusern leben, Maßanzüge tragen und andere menschliche Verhaltensweisen übernehmen.

Peggy Sue und der blaue Hund ist ein wunderbares modernes Märchen, phantasievoll, mit sozialkritischen und bösen Momenten, ideenreich und voll leicht überzogener Figuren, humorvoll und hintergründig, und wenn Brussolo mit seiner ausufernden Phantasie manchmal über die Stränge schlägt und ein wenig die Logik strapaziert (aber wirklich nur ein wenig), dann spielt das nicht die geringste Rolle, denn der Roman macht einfach haufenweise Spaß.

Boris Koch

Originalausgabe
Serge Brussolo, Peggy Sue et les Fantômes - Le jour de chien bleu
(Paris: Plon, 2001)
dt. Erstausgabe
Serge Brussolo, Peggy Sue und der blaue Hund
(München: Heyne, 2002) [01/13617] Bestellen
dt. von Ingeborg Ebel, Titelbild von Melvyn Grant, 256 Seiten
Leser-Service:
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