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Alien Contact Buch-Tips |
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| »Downtown ist das Synonym
für Abstieg. Lebensmittelkarten für Ersatznahrung, Massenunterkünfte,
Wasserrationierungen im Sommer, Smog das ganze Jahr, Terror in den Straßen«, heißt es
am Anfang des Romans. Myra Çakans Downtown ist weitaus mehr als ein Konglomerat aus dystopischer Zukunftsvision und dem Alptraum, aus dem ein Städteplaner schreiend erwachen würde. Die Downtown, die mehr einem technisierten Dschungel ähnelt als einer Stadt in der Mitte des 21. Jahrhunderts, ist der eigentliche Protagonist des Romans, mit dem die Autorin beweist, daß der Cyberpunk noch neue Dimensionen zu bieten hat. Im ALIEN-CONTACT-Interview sagte Myra Çakan: »Ich nenne es Cyberpunk. Weil Cyberpunk für mich mehr als nur der Stöpsel im Nacken für den Surf im Cyberspace ist. Cyberpunk drückt sich durch einen ganz bestimmten Stil aus: visuell und sprachlich. Ich weiß, daß schon seit Jahren behauptet wird, daß Cyberpunk tot ist. Na und? 'Ein Cyberpunkroman' stand nicht auf dem Cover von When the Music's Over, weil ich nicht auf der Höhe bin, was man heutzutage so schreibt, sondern weil ich schreibe, was ich will.« Der Roman hat ein so berauschendes Tempo, daß dem Leser nichts übrig bleibt, als von Zeit zu Zeit abzusetzen, um wieder zu Atem zu kommen. Rasante Szenen jagen einander, und der Leser hört geradezu den Soundtrack zum Text, als würde ein überdrehter Punk-Schlagzeuger auf Bassdrum, Snares und Hihats einschlagen. Einen guten Eindruck des Stils vermittelt die von Myra Çakan bereits 1988 verfaßte gleichnamige Erzählung »Downtown Blues«, die 1990 in der Computerzeitschrift C'T erschien und durch ALIEN CONTACT 41 den Lesern wieder zugänglich gemacht wird. Wie auch in der Erzählung ist Donovan die Hauptfigur des Romans. Sie ist Agentin bei der City Force, einer speziellen Einsatztruppe zur Bekämpfung des scheinbar allgegenwärtigen Verbrechens in der Downtown. Anfangs wird sie die Partnerin der erfahrenen DelMonico, doch als diese unter sehr seltsamen Umständen verschwindet, ist Donovan auf sich allein gestellt. Sie versucht, DelMonico wiederzufinden und obendrein auf die Spur der Drogenbosse zu kommen, die den Sternenstaub in Umlauf bringen. Durch Härte und Coolness versucht sie ihre eigenen Ängste und Unsicherheiten in den Griff zu bekommen, und meist gelingt ihr das auch. Schließlich findet sie in Chan einen neuen Partner, der sie durch seine Fähigkeiten voranbringt, und stößt mit ihm auf einen weiteren Fall, der direkt mit ihrer eigenen Vergangenheit verknüpft ist ... Myra Çakan benutzt bekannte Stilelemente des Cyberpunk, komponiert daraus jedoch mit kompromißloser Härte und poetisch-urbanen Bildern ihren bisher besten Roman, der zweifellos zu den wichtigsten deutschen Science-Fiction-Titeln in diesem Jahr gehört und den man getrost in einem Atemzug mit den herausragendsten Büchern von Gibson, Sterling und Shirley nennen kann. |
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