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| Öfter mal was Neues - in
diesem Roman sind es nicht Nordamerika oder die britischen Inseln, die im
postkatastrophalen Dämmerzustand verharren, sondern das europäische Festland leidet
unter den Folgen der großen Flut. Wer hier überleben will, benötigt eine ordentliche
Portion Straßenschläue (neugermanisch für street smart) und sollte sich vor
den fiesen vierfingrigen Außerirdischen in Acht nehmen, die an allen Straßenecken lauern
und ihre superheftige Droge verticken. Wie bereits in Kalter Frühling von Florian Nelle sind es in erster Linie die Kinder und Jugendlichen, die unter den harten Bedingungen dieser neuen Zeit zu leiden haben, auch wenn Skadi, Wiesel und die anderen durchaus in der Lage sind, sich ihren Platz innnerhalb der Gesellschaft zu erkämpfen und ihn zu verteidigen; der Preis allerdings ist hoch. Zusammengehalten wird diese eher episodenhafte Schilderung verschiedener Lebensumstände durch das Schicksal des Gitarristen Blue, der nicht nur seine Band Bladerunner verliert, sondern auch noch seinen Bruder - oder? Jenseits von Freiheitskampf und individueller Selbstverwirklichung ist es dann doch stets wieder der Zufall, der die Menschen ihr Glück finden läßt oder in den Untergang führt. Myra Çakans Erstling wartet mit einer überzeugenden Weltbeschreibung auf, die ihr nicht zu Unrecht ein dickes Lob von Proto-Cyberpunker John Shirley für den Klappentext eingebracht hat. Allerdings hätte ich mir eine klarere übergreifende Handlungsstruktur gewünscht sowie einen weniger hingeworfenen, fast abgebrochenen Schluß. Für deutschsprachige Verhältnisse jedenfalls ein ungewöhnlich stilsicherer und einfallsreicher Roman - ich bin sehr auf Myra Çakans nächstes Buch gespannt. Felix Darwin ALIEN CONTACT 36 |
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