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Robert W. Chambers

Der König in Gelb

The King in Yellow • 1895 | The Mystery of Choice • 1897

Science Fiction > Alien Contact
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Der amerikanische Autor Robert W. Chambers war Anfang des 20. Jahrhunderts ein Erfolgsautor, der so gut wie alles schrieb, vom Kinderbuch über historische Romane bis zu Liebesromanen. Heute ist er nahezu vergessen, mit Ausnahme des schmalen Bandes Der König in Gelb, das vom Kritiker und Literaturprofessor Everett F. Bleiler als »wichtigstes Buch in der amerikanischen Literatur des Übernatürlichen zwischen Poe und den Modernen« bezeichnet wurde. Und selbst Lovecraft äußerte sich, dass Chambers »beachtliche Gipfel der kosmischen Furcht erklomm«.

Aus diesem Grunde veröffentlichte der Festa-Verlag den klassischen Erzählungsband in neuer Übersetzung und fügte noch ein zweites Buch, The Mystery of Choice, hinzu.

»Der König in Gelb« ist bei Chambers ein Theaterstück, dessen Lektüre den Leser in den Wahnsinn treibt. Gleich die erste Erzählung, »Die Wiederherstellung des guten Rufes«, dürfte die eindrucksvollste und modernste sein. Chambers hat die Geschichte vom Zeitpunkt der Niederschrift einige Jahre in der Zukunft angesiedelt. New York ist ein Großstadtmoloch, dessen neueste Errungenschaft die Einrichtung von Selbstmordkabinen ist. Der Protagonist ist ein Wahnsinniger, der sich einbildet, zur amerikanischen Monarchie zu gehören, und schließlich daran arbeitet, seine Konkurrenten aus dem Weg zu räumen. Dabei verwischt der Autor durch geschickte Perspektivenwechsel die Grenzen zwischen Realität und Einbildung.

In den weiteren Geschichten gibt es immer wieder Bezüge zum wahnsinnig machenden Theaterstück, teils in die Handlung einbezogen, teils nur am Rande erwähnt. »Die Maske« zum Beispiel ist eine leider allzu früh vorhersehbare Geschichte, die trotzdem durch ihre Stimmung bezaubert. Das »kosmische Grauen« jedoch, das vielleicht einige Lovecraft-Liebhaber erwarten, hält sich vornehm im Hintergrund. Chambers war ein guter Unterhaltungsautor seiner Zeit, ein Visionär und Innovator der phantastischen Literatur war er jedoch nicht.

Ein ausführliches Nachwort von Michael Nagula informiert umfassend über den Autor und sein Werk und rundet das schön gestaltete Buch ab.

Hardy KettlitzALIEN CONTACT

Originalausgabe
Robert W. Chambers, The Yellow Sign and Other Stories: The Complete Weird Tales of Robert W. Chambers [hrsg. von S.T. Joshi]
(Oakland: Chaosium, 2002) Bestellen
großformatiges Paperback, 660 Seiten
dt. Erstausgabe [Auswahl]
Robert W. Chambers, Der König in Geld
(Almersbach: Festa, 2002) Bestellen
dt. von Andreas Diesel, Titelbild von babbarammdass
Nachwort von Michael Nagula, Hardcover, 334 Seiten
Leser-Service:
Lieferbare Titel von Robert W. Chambers
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