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Lyon Sprague De Camp

H. P. Lovecraft - Eine Biografie

H. P. Lovecraft - A Biography • 1975

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Howard Phillips Lovecraft (1890-1937) wird in Rein A. Zondergelds Lexikon der phantastischen Literatur als der »berühmteste phantastische Erzähler Amerikas nach Poe« bezeichnet. Derzeit sind in Deutschland Dutzende Bücher lieferbar, der Großteil herausgegeben vom renommierten Verlag Suhrkamp, eine Lovecraft-Gesamtausgabe in edler Aufmachung erscheint bei der Edition Phantasia. Doch Lovecrafts Erfolg stellte sich erst nach seinem Tod ein, zu seinen Lebzeiten erschien nur ein einziges Buch und dazu in Kleinstauflage. Zu einem großen Teil war Lovecraft selbst daran schuld. Er bekam einige Nachfragen von Verlegern, ob er nicht einen Roman schreiben wolle, weigerte sich jedoch, da er es verabscheute, Auftragsarbeiten abzuliefern. Er sah sich zeitlebens als Hobbyautor, der nur das schreibt, was ihm in den Sinn kommt. Und so hat er viel Zeit mit Amateurpublikationen und endlosen Briefwechseln vertan.

Die Biografie von de Camp gibt in neunzehn Kapiteln einen hervorragenden Überblick über das skurrile Leben des Autors. De Camp ist bei der Recherche und dem Verfassen seines Buches nicht in Ehrfurcht vor Lovecraft erstarrt, sondern schildert recht schonungslos seine Eigenheiten. So erfährt der Leser vieles über seine Kindheit und die Neurosen seiner Mutter. Der kleine Howard wuchs mehr als behütet auf, konnte bereits sehr früh lesen und begann in frühester Jugend zu schreiben und zu publizieren. Bald darauf trat er der Amateur Press bei, einer Vereinigung, deren Mitglieder selbstverfasste Zeitschriften austauschten. Lovecraft stellte sich selbst immer als Gentleman dar, und es war ihm unangenehm, für seine Texte bezahlt zu werden. Zunächst konnte er sich das leisten, da er von seinem Großvater ein kleines Vermögen geerbt hatte, das nach dem Tod seiner Mutter seine Tanten für ihn verwalteten. Später jedoch blieb ihm nichts weiter übrig, als ein wenig Geld als Ghostwriter zu verdienen, denn der Verkauf seiner gelegentlich verfassten Kurzgeschichten brachte ihm nur wenige Dollar ein.

Der Leser erfährt auch viel über den Charakter Lovecrafts. Er war introvertiert, intolerant, rassistisch, unselbstständig und wehleidig. Und er nahm von anderen keine Ratschläge an. Dies mag ein Grund dafür sein, dass vielen Lesern heute die frühen Geschichten als fast unlesbar erscheinen: Sie waren pathetisch und mit schaurigen Adjektiven überfrachtet. Lovecraft behauptete, dass dies wegen der Stimmung der Geschichten so sein müsse. Erst in seinen letzten Schaffensjahren erkannte er seine Fehler und verbesserte seinen Stil.

De Camp belegt die Fakten in seinem Buch durch ausführliche Zitate aus Lovecrafts Briefen und knapp 550 Quellenangaben.

Das Buch ist im Original bereits 1975 erschienen, und inzwischen gibt es sicherlich ausführlichere und literaturwissenschaftlich relevantere Biografien Lovecrafts, aber es ist zweifelhaft, ob sie so unterhaltsam wie diese sind.

Hardy KettlitzALIEN CONTACT

Originalausgabe
Lyon Sprague De Camp, H. P. Lovecraft - A Biography (1975)
dt. Erstausgabe
Lyon Sprague De Camp, H. P.Lovecraft - Eine Biografie
(Almersbach: Festa, 2002) [1003] Bestellen
dt. von Andreas Diesel, Titelbild von Asuka, Hardcover, 637 Seiten
Leser-Service:
Lieferbare Titel von Lyon Sprague De Camp
Lieferbare Titel von H. P.Lovecraft
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