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| Der Roman schildert 24 Stunden im Leben des Androidenjägers Rick Deckard.
Die Androiden wurden als Arbeitshilfen für die Marskolonien geschaffen, und auch wenn sie
nur eine Lebenserwartung von circa vier Jahren haben, sind sie technisch bereits so weit
ausgereift, dass sie vom Menschen nur durch spezielle psychologische Tests unterscheidbar
sind. Sechs Nexus-6-Androiden sind vom Mars entkommen und verstecken sich nun auf der
Erde. Deckards Kollege Dave Holden ist von ihnen angeschossen worden und liegt im
Krankenhaus. Deckard übernimmt den Fall, nicht nur aus Ehrgeiz, sondern weil er die
Kopfprämien braucht. Zwar bekommt er eine Namens- und Aufenthaltsliste der Androiden,
doch er ist verpflichtet, den Voight-Kampff-Test vorzunehmen, und er darf nur dann
schießen, wenn er angegriffen wird. Die Jagd wird schwieriger als vermutet, denn die
Androiden sind gerissen und kämpfen mit allen Mitteln um ihr Überleben. Deckard bittet
den Chef der Herstellerfirma, Eldon Rosen, um Unterstützung. Dieser lässt Deckard den
Test an seiner vermeintlichen Nichte Rachael Rosen durchführen, die selbst nicht weiß,
dass sie ein Androide ist. Rachael unterstützt Deckard dennoch, und der Jäger verliebt
sich sogar in das künstliche Mädchen. Am Ende ist er gezwungen, eine Androidin zu
töten, die Rachael bis aufs Haar gleicht. Der Roman ist deutlich vielschichtiger als die Ridley-Scott-Verfilmung (mit Harrison Ford in der Hauptrolle), die nur einen Handlungsstrang aus dem Roman verfolgt. So erfährt man im Film zum Beispiel nichts über die Selbstzweifel Deckards, ob er nicht vielleicht selbst ein Androide sein könnte. Auch erfährt man im Film wenig über J. R. Isidore, einen Mann, der aufgrund seines zurückgebliebenen Geistes nicht in die Marskolonien auswandern darf und unter seiner »Minderwertigkeit« leidet. In seiner Einsamkeit gewährt er den letzten drei verbliebenen Androiden, die Deckard noch nicht erwischt hat, Unterschlupf. Auch erfährt man im Film nur andeutungsweise von den »elektrischen« Tieren, die den Menschen, seit in einem verheerenden Atomkrieg fast alles Leben ausgelöscht wurde, die Haustiere ersetzen. Lebende Tiere zu halten ist zum Statussymbol geworden. Wer sich kein echtes Tier leisten kann, muss mit einer künstlichen Nachbildung Vorlieb nehmen. Rick Deckard will für sich und seine Frau von der Kopfprämie ein Tier kaufen. Man erfährt im Film auch nichts davon, dass die Menschen durch ihre zerstörte Umwelt und die schwierigen gesellschaftlichen Zustände so deprimiert sind, dass viele bereits süchtig nach der Wirkung der Penfield-Stimmungsorgel sind, einem Gerät, dass nahezu jede Stimmung hervorrufen und wieder abschalten kann. Zahlreiche Details geben Dicks Roman Tiefe. So wundert sich J. R. Isidore an einer Stelle darüber, dass sowohl im Fernsehen als auch im Rundfunk 23 Stunden am Tag die Buster-Freundlich-Show läuft, ohne dass sich je etwas wiederholt. Offensichtlich sind Androiden nicht nur in den Marskolonien im Einsatz, doch zu dieser Erkenntnis gelangt Isidore nicht. Interessanterweise stellt sich Rick Deckard nie die Frage, ob die Androiden tatsächlich eine Bedrohung für die Menschen darstellen. Sie verhalten sich nicht aggressiv, sondern verteidigen lediglich ihr eigenes Leben. Übrigens taucht der Begriff »Blade Runner« im Roman nicht auf. Ridley Scott empfand den Originaltitel des Romans als ungeeignet und kaufte deshalb den Titel eines gänzlich anderen Werkes von Alan Nourse. Auch wenn der Spielfilm Blade Runner von 1982 zu einem Meilenstein der Science-Fiction-Filmgeschichte geworden ist, gibt er keinesfalls den komplexen Roman Philip K. Dicks adäquat wieder. |
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