ALIEN CONTACT
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Christian von Ditfurth

Der 21. Juli

Originalausgabe • 2001

Science Fiction > Alien Contact
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In der Welt dieses Romans gelingt das Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944. Doch schon am 21. Juli stellt sich Ernüchterung ein. Die Attentäter sind untereinander gespalten, und das Volk reagiert unterschiedlich auf den Tod des Führers. So kommt es, daß Heinrich Himmler neuer Reichsführer wird, der mit der SS die Ordnung im Land aufrechtzuerhalten versucht. Eine Regierung der Nationalen Versöhnung entsteht, die Hitler die alleinige Verantwortung für die Greueltaten der Wehrmacht zuschiebt. Unter der neuen Führung gelingt es den Deutschen als erste Nation, die »Wunderwaffe« zu bauen. Kurz bevor Deutschland in die Hände der Alliierten fällt, demonstriert es durch den Abwurf einer Uranbombe auf Minsk seine Stärke. Dadurch zwingt es die Alliierten zu einem Friedensschluß, der dem Deutschen Reich die Grenzen vom April 1940 garantiert.

Als die Romanhandlung im Frühjahr 1953 einsetzt, präsentiert sich Deutschland nach außen als Demokratie, ist im Inneren aber ein Überwachungsstaat geblieben. Eine Vergangenheitsbewältigung hat nie stattgefunden, allerdings sickern allmählich Informationen über den Holocaust durch. Vor diesem Szenario wird das Schicksal einer Handvoll Männer erzählt, die zwischen der Treue zu ihren Auftraggebern und ihren persönlichen Interessen hin und her gerissen sind. Im Mittelpunkt steht Knut Werdin, der 1945 zu den Amerikanern überlief und nun von ihnen angeheuert wird, Himmler umzubringen. Dadurch soll ein Bündnis zwischen Deutschland und der Sowjetunion verhindert werden. Werdin verfolgt jedoch vor allem ein Ziel: seine Geliebte Irma wiederzufinden – wenn sie noch lebt.

Ditfurths Vision eines anderen Deutschlands ist bis ins letzte durchdacht, beeindruckt durch ihren Detailreichtum und wirkt absolut glaubwürdig. Auch die Motive der in doppelbödige Machtspiele verwickelten Figuren bleiben bis zum Schluß nachvollziehbar.

Weniger überzeugend ist der Aufbau seiner Story: Nach einer – durchaus spannenden – 70-seitigen Exposition folgt eine Rückblende, die mehr als die Hälfte des Romans einnimmt. Sie berichtet von den Ereignissen der Jahre 1944/1945 und wird durch etliche Nebenhandlungen und unzählige strategische Diskussionen in die Länge gezogen. Das Hitler-Attentat bahnt sich gar über 100 Seiten hinweg an. Bis die Erzählung endlich ins Jahr 1953 zurückkehrt, ist die Erinnerung an den Anfang bereits verblaßt. Geschickter wäre es gewesen, die Rückblende zu straffen und sie im Wechsel mit den Geschehnissen des Jahres 1953 zu erzählen. So verdeutlicht der Autor zwar eindrucksvoll, wie wenig zwangsläufig der Verlauf der Geschichte sein kann. Die Chance, einen packenden Thriller zu schreiben, hat er jedoch vertan.

• Gregor Jungheim • ALIEN CONTACT

Originalausgabe
Christian von Ditfurth, Der 21. Juli
(München: Droemer Knaur, 2001) Bestellen
HC, 415 Seiten
Taschenbuch
Christian von Ditfurth, Der 21. Juli
(München: Droemer Knaur, 2003) Bestellen
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