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ALIEN CONTACT

Greg Egan

Qual

Distress • 1995

Science Fiction > Alien Contact
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Die Relativitätstheorie und die Quantenphysik in einer einheitlichen Weltformel zu vereinen, alle Gesetzmäßigkeiten des Universums in einer Universaltheorie zu erfassen - kein geringeres Thema hat sich Greg Egan diesmal vorgenommen. Mitte des nächsten Jahrhunderts deutet alles darauf hin, daß der große Durchbruch endlich bevorsteht. Die führenden Physiker versammeln sich auf der künstlichen Insel »Stateless« zur Einstein-Jahrhundertkonferenz, um ihre verschiedenen Konzepte zu diskutieren und die letzten Berechnungen zu vollenden. Vor den Toren laufen die esoterischen Kulte Sturm; und die geheimnisvollen Anthrokosmologen entwickeln ein ganz spezielles Interesse an der südafrikanischen Physikerin Violet Mosala, in deren Kopf die »Theorie für alles« vor der Vollendung steht ...

Greg Egan beeindruckt mit einer verschwenderischen Fülle von Ideen und einer unvergleichlichen Präzision der Gedanken. Dies zeigt sich schon auf den ersten Seiten, wenn er vom Alltag des Wissenschaftsjournalisten Andrew erzählt, der die kurzzeitige Wiederbelebung eines Toten filmt, der Auskunft über seinen Mörder geben soll, oder einen freiwilligen Autisten interviewt, der mit erschreckender Logik seine Motive erläutert. Die Menschen in Egans Welt sind mit einer überwältigenden Zahl wissenschaftlicher Erkenntnisse und Innovationen konfrontiert, bis hin zu der in Andrews Körper implantierten Filmkamera samt Hardware, die er sich an einem der Höhepunkte des Romans eigenhändig aus dem Unterleib reißt. Um so glaubwürdiger wirkt ein zentrales Thema des Buches, der Konflikt von Naturwissenschaft und Esoterik. Die Charaktere sind zwar in erster Linie Ideenträger, doch die gefühlsgestörte halb-autistische Hauptfigur Andrew, die sich ratlos durch das Gewirr menschlicher Beziehungen bewegt, erhält durch diese Hilflosigkeit ihre anrührenden Momente. - Die zahlreichen Ideenstränge führen im Finale zum großen Hauptthema: der Beziehung zwischen menschlichem Geist und äußerer Wirklichkeit. Daß Egan die anfängliche Präzision und Klarheit am Ende nicht durchhalten kann, ist bei der Größe des Themas wohl unvermeidlich - der Gesamteindruck bleibt trotzdem der eines atemberaubenden Ideenromans auf höchstem wissenschaftlichem Niveau.

• Birgit Will • ALIEN CONTACT 35

Leseprobe: Greg Egan, Qual (Distress, 1995)

Ausgezeichnet mit dem Kurd Laßwitz Preis 2000
Bester ausländischer Roman 1999
Beste Übersetzung 1999 (Bernhard Kempen)
Kurd Laßwitz Preis
Greg Egan
Distress (1995)
Qual, deutsch von Bernhard Kempen (München: Heyne, 1999) [H06/6319]
Siehe auch
»Subjektive Kosmologie« - Interview mit Greg Egan
Greg Egan: Diaspora (Diaspora, 1997)
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