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ALIEN CONTACT
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Reinhold Eichacker

Die Fahrt ins Nichts

1923

Science Fiction > Alien Contact
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Im dritten Band der Walter-Werndt-Trilogie versucht der Wissenschaftler an den abgestürzten Kometen heranzukommen, der im zweiten Band nicht nur weltweite Panik und Verwüstung ausgelöst hatte, sondern bereits bei der Annäherung an die Erde nach spektralen Analysen besondere Eigenschaften vermuten ließ. Die Untersuchung von Bruchstücken bestätigt diese Vermutung: Hier findet man die Urmaterie, aus der alles entstanden ist und mit der man die Welt beherrschen kann.

Ausgerechnet auf dem indischen Subkontinent richtet Werndt sein Superlabor ein, eine neue Stadt mit Werkstätten, eigener Energiezentrale und Laboratorien. Denn dort wirkt auch seine Gegenspielerin, eine indische Prinzessin. Die »Herrin der Inder« schleust Agenten in Werndts Team ein und es gelingt ihr, an Laborergebnisse zu kommen und Werndt sowie seinen Assistenten zu entführen. Mittels eine Nihilium-Probe kann er sich wieder befreien, nicht aber die Zerstörung seiner Anlage durch ein misslungenes Experiment seiner Gegnerin verhindern.

Nun setzt Werndt alles daran, den Meteor aus der Meerestiefe zu bergen. Er beginnt schon, sich zu zersetzen, und eine gewaltige Wassersäule sowie riesige Wirbel begleiten den Prozess. Werndt konstruiert ein U-Boot, das dem extremen Wasserdruck standhalten soll, und nach fünf Monaten läuft es bereits vom Stapel. Seine Gegnerin erweist sich als ebenbürtig, als sie einem jungen französischen Ingenieur seine Erfindung einer Tiefseetauchkugel abkauft und ihn zum Chefentwickler macht. Beim Tauchgang begegnen sich beide Kontrahenten zum letzten Mal: Während die Kugel in den Strudel gerissen wird, kann das U-Boot den gewaltigen Strömungen widerstehen und sich dem Meteor nähern. Dessen Zerfall ist aber inzwischen so stark, dass er aufsteigt, das Boot mitzieht und beide hinaus in den Weltraum geschleudert werden. Hier verliert sich die Spur von Walter Werndt.

Auch in diesem Band findet man die holzschnittartigen Charaktere wieder: Werndt ist genial, sein Assistent Nagel ein intelligenter Glückspilz, dessen treuer Diener ein stolzer Spanier, die Inderin ist exotisch, deren Mann von abstoßender Hässlichkeit und die Masse verführbar. Im Mittelpunkt stehen diesmal der Ingenieur und die Experimente. Diese werden anschaulich mit vielen Blitzen und Explosionen beschrieben, sind aber auch überzeugend im planvollen Vorgehen des Wissenschaftlers beim Vorstoß in die Urmaterie. Das ganze Buch ist von einem unbändigen Erkenntnisoptimismus getragen, was zum Zeitpunkt seines Erscheinens 1923 eher untypisch war. Vielmehr hatten das Grauen des Weltkrieges und seine politischen und wirtschaftlichen Folgen für Deutschland einen Bruch in dieser Tradition bewirkt. Hans Dominik, Otto Willi Gail und anderer stehen dann in der Tradition dieser Trilogie, die in Vernescher Manier den Ingenieur zum Protagonisten und Frauen zum hübschen Beiwerk machten.

Die Überarbeitung der Ausgabe bringt einige Kuriosa in den Text ein; so beispielsweise die Beschreibung, dass die Wissenschaftler in ihren dicken Schutzanzügen wie »Astronauten« aussehen.

• Wolfgang Both • ALIEN CONTACT

Erstausgabe
Reinhold Eichacker: Die Fahrt ins Nichts
Schwedt a. d. Oder 1923: Hermann Beccard Buchhandlung
Überarbeitete Neuausgabe
Reinhold Eichacker: Die Fahrt ins Nichts
(Weilersbach 2004: Celero-Verlag) Bestellen
Umschlagillustration vom Na Ming & Li Ling Feng, Textüberarbeitung: Dr. Sandra Schlee. Mit einem Nachwort von Michael Gallmeister, TB, 216 Seiten
Siehe auch
Reinhold Eichacke: Panik (1922)
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