ALIEN CONTACT

Marcel Feige

Alien-Lexikon

Originalausgabe • 1999

Science Fiction > Alien Contact
Buch-Tips
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Trotz des Titels handelt es sich bei diesem Buch nicht wirklich um ein Lexikon, sondern vielmehr um eine alphabetisch sortierte, umfangreiche Materialsammlung. Man findet Stichwörter aus den Bereichen Literatur, Film, Musik, Hörspiel, Computer und so weiter. Für interessierte SF-Leser ist das Buch jedoch nur von geringem Nutzen, denn bibliographische Angaben fehlen weitgehend. Zu Science-Fiction-Romanen oder -Erzählungen findet man lediglich den Titel, den Veröffentlichungsort und das Erstveröffentlichungsjahr der deutschen Ausgabe. Zumindest Informationen über das Originalveröffentlichungsjahr hätten eine zeitliche Einordnung in die SF-Historie ermöglicht.

Die Stichwörter sind teilweise etwas willkürlich gewählt. So findet man zwar alle möglichen Außerirdischen aus Film und Literatur, einige wichtige literarische Aliens fehlen aber denn doch, wie zum Beispiel Ixtl aus van Vogts Die Expedition der Space Beagle (The Voyage of the Space Beagle • 1950), das die heimliche Vorlage zu Ridley Scotts Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (Alien • GB 1979) war. Ebenso auch van Vogts sehr skurrile Anabis, Coeurl oder die Riim, die übrigens auch mehreren älteren deutschen SF-Fanzines den Namen gaben.

Hinzu kommen leider sehr viele Fehler und Auslassungen wichtiger Fakten. Autorennamen sind zum Teil falsch geschrieben (Mata Randall statt Marta Randall), ebenso wichtige Figuren aus Science-Fiction-Büchern (in gleich drei Stichworten liest man Attreides statt Atreides). Manchmal geht es mit Titeln auch etwas durcheinander. Unter dem Eintrag »Asteroidenjäger« erfährt man etwas über einen Kinofilm von Gottfried Kollditz. Abgesehen davon, daß der Film eigentlich Signale - Ein Weltraumabenteuer (DDR/Polen • 1970) hieß, gibt es auch keinen Hinweis darauf, daß es sich um eine Verfilmung des Romans Asteroidenjäger (1961) von Carlos Rasch handelt. Über Harry Bates, der die Story geschrieben hat, nach der der Film Der Tag, an dem die Erde stillstand (The Day the Earth Stood still • USA 1951) gedreht wurde, kann man noch lesen, daß seine Romanproduktion sehr klein war und in den USA nicht im Buchformat nachgedruckt wurde. Was nicht verwundert, denn Bates hat nie einen SF-Roman geschrieben, sondern nur rund ein Dutzend Erzählungen. Über Edgar Rice Burroughs gibt es zu erfahren, daß er in den 30ern den vierbändigen Venus-Zyklus geschrieben hat. Die zwanzig Jahre zuvor entstandenen Barsoom- oder Mars-Romane jedoch verschweigt der Autor, obwohl sie eigentlich viel wichtiger sind. Über Captain Future erfährt man, daß es sich um ein Pulp-Comic-Magazin aus dem Jahr 1940 handelt. Tatsächlich enthielten die Hefte keine Comics, sondern ausschließlich Romane und Stories, und obendrein erschien das Magazin von 1940 bis 1944. Die Captain-Future-Comics entstanden erst in den achtziger Jahren nach der Zeichentrickserie. Dies waren nur einige Beispiele aus dem Buchstabenbereich A bis C. Die Aufzählung ließe sich noch erweitern.

Der Autor fordert im Vorwort Anregungen und Verbesserungsvorschläge von den Lesern an. Eine gute Idee - auch wenn sie ihm eine Flut von Leserbriefen bescheren dürfte!

Hardy KettlitzALIEN CONTACT

Marcel Feige
Alien-Lexikon (Berlin: Lexikon Imprint Verlag, 1999)
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