![]() |
| Science Fiction >
Alien Contact Buch-Tips |
|
| Die Grundstruktur des Romans
erinnert entfernt an eine Jonathan-Caroll-Geschichte: In das normale Leben bricht
allmählich das Außergewöhnliche ein und bestimmt zunehmend den Verlauf der Handlung. Der Mittzwanziger Roland Jonas trägt an einer schweren Vergangenheit, denn wiederholt ereignet sich der plötzliche Tod ihm nahestehender Menschen. Als nach seinem Bruder und seinem Vater schließlich auch noch seine Freundin stirbt, verläßt er die heimatliche Kleinstadt Kevelaer. Die eigentliche Handlung setzt mit Rolands Rückkehr in diesen Ort ein. Das Sterben geht wieder los, diesmal jedoch handelt es sich um ganz offensichtliche Morde. Gleichzeitig wird Roland wiederholt von der Vision einer dunklen und abgrundtief bösen Gestalt heimgesucht, die hinter all den Todesfällen zu stecken scheint. Das Buch beginnt recht stimmungsvoll, verliert aber im Laufe der Zeit stark an Schwung. Auch wiederholte Schilderungen der typischen Probleme eines Mittzwanzigers wie die Ablösung von der klammernden Mutter oder die alterstypischen Beziehungsprobleme nerven auf Dauer ein wenig. Dieser eher zähen Dramaturgie steht jedoch eine bemerkenswerte Stilsicherheit im schriftlichen Ausdruck gegenüber. In dieser Hinsicht beherrscht Marcel Feige sein Handwerkszeug einwandfrei. So entsteht insgesamt der Eindruck, daß hier zwar ein Buch voller Kinderkrankheiten vorliegt, hinter dem jedoch ein Autor mit solider Grundlage und wahrscheinlich großem Steigerungspotential steckt. Ob es sich lohnt, diese Station auf dem Weg zum guten Schriftsteller zu lesen, bleibt jedem selbst überlassen. Aber man sollte diesen Autor auf jeden Fall im Auge behalten. Peter Samol ALIEN CONTACT 41 |
![]() |