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| 2001 entführte die 1965 geborene deutsche Autorin Monika Felten die Leser
schon einmal mit dem Roman Elfenfeuer in das Land Thale und wurde dafür 2002 mit
dem Phantastik-Preis ausgezeichnet. Sie ließ die Fantasy-Fans
den Kampf der Bewohner des einst friedlichen Landes gegen den finsteren Herrscher
An-Rukhbar miterleben. Damals beendete die Auserwählte Sunnivah die Schreckensherrschaft
des Bösewichts und verbannte ihn zurück in seine Dimension. Frieden kehrte in das Land
Thale zurück. Fünf Generationen später sind die Erinnerungen an An-Rukhbar fast verblasst. Das junge Mädchen Kiany, eine Nachfahrin Sunnivahs, macht sich auf nach Nimrod, um dort bei den Priesterinnen der Gütigen Göttin die Heilkunst zu erlernen. Doch schon auf der Reise in die Hauptstadt wird das Mädchen von schrecklichen Visionen und Träumen gequält, die sie sich nicht erklären kann. Da sie allerdings keine besonderen seherischen Fähigkeiten zeigt, werden ihre Traumbilder nicht ernst genommen. Derweil nehmen die Nebelelfen in ihrem versteckten Dorf die Ahnungen ihrer weisen Priesterin Lya-Numi um so sorgenvoller auf; sie spürt in der nördlichen Finstermark Böses. Die erfahrene Elfenkriegerin Naemy, die bereits an der Seite Sunnivahs kämpfte, reist mit ihrem Sohn Tabor zu den Menschen von Thale, um nach dem Rechten zu sehen. Diese bewahren das Amulett der Auserwählten auf, ein Schlüssel zur Dimension An-Rukhbars. Noch scheint alles in Ordnung zu sein. Doch während Naemy mit dem Druidenrat von Thale spricht, wird das Amulett durch einen abtrünnigen Druiden gestohlen und einer der Weisen grausam ermordet. In den folgenden Wirren lernt die Nebelelfe die junge Kiany kennen. Sie schenkt den Träumen und Visionen des Mädchens, die noch mehr und viel größeres Unheil ankündigen, als Erste Glauben. Inzwischen sind die Kräfte, die sich in der Finstermark gesammelt haben, bereit loszuschlagen. Asco-Bahrran, der Erzmagier, will seinen Herrn aus der Verbannung zurückholen und schreckt dabei vor nichts zurück. Um sich hat er machthungrige Magier und magische Wesen, wie die hünenhaften Cha-Gurrline und die Quarline, geschart, um Menschen und Elfen gleichermaßen zu vernichten. Naemy und Tabor glauben Kiany und wollen sie zu Lya-Numi, der weisen Elfenpriesterin, bringen, doch das Unheil nimmt bereits seinen Lauf: Die Kriegerin und ihr Sohn können die fast vollständige Auslöschung ihres Volkes nicht mehr verhindern. Für Trauer bleibt jedoch keine Zeit. Ein Wettlauf beginnt, denn nun marschiert das finstere Heer in Thale ein und unerbittlich auf Nimrod zu. Sie töten jeden, der sich ihnen in den Weg stellt. Druiden und Elfen beraten sich in Nimrod und erinnern sich schließlich an alte Magie, die schon einmal das Blatt zu Gunsten der Guten gewendet hat. Naemy und ihr Sohn versuchen, die Macht des Bösen zu erkunden und die vergessene Magie zu finden, bevor es zu spät ist. Dabei gerät Kiany in die Hände des Bösen ... Kann Asco-Bahrran jetzt noch aufgehalten werden, und wenn ja, um welchen Preis? Monika Felten erzählt hier keineswegs eine neue Geschichte mit ungewöhnlichen, andersartigen Personen. Der Versuch eines Dieners der finsteren Mächte, seinen Herrn aus der Verbannung zurückzuholen, ist eines der klassischen Themen der High Fantasy. Schwarzmagier in wallenden Kutten gehören ebenso zu den Archetypen des Genres wie gütige Priesterinnen, weise Druiden, mutige Elfenkriegerinnen und Riesenvögel, die durch Gedankenkraft mit ihresgleichen und den magisch Begabten sprechen. Der Autorin gelingt es aber, die Figuren liebevoll aufzubauen und mit glaubhaften Stärken und Schwächen auszustatten. So ist die eigentliche Heldin des Buches die bereits im Kampf mit An-Rukhbar und seinen Schergen erfahrene Naemy und nicht die junge Kiany, die zum ersten Mal mit Gefahr konfrontiert - und so zur Identifikationsfigur für die jugendliche Leserin - wird. Selbst einigen der Gegenspieler wie dem gefallenen Druiden Skynom gibt sie Wesenzüge, die deren Handlungsweisen plausibler machen. Anders als in Elfenfeuer, Monika Feltens Debüt-Roman, handeln die Helden aktiver aus sich selbst heraus und treiben so die Erzählung spannend voran. Alle Handlungs-Fäden führen zum Höhepunkt zusammen und lassen keine Fragen offen. Die Macht des Elfenfeuers ist daher eine gelungene Fortsetzung der Geschichten von Thale, die einerseits ohne die Kenntnis des Vorgängers gelesen werden kann, andererseits auch dessen Schwächen vermeidet. Wer das Thema nicht allzu langweilig findet und sich auf klassische Archetypen und Verhaltensmuster einlassen kann, wird mit dem Buch auf jeden Fall zufrieden sein. Christel Scheja ALIEN CONTACT |
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