| Es ist erstaunlich, daß die
beiden Herausgeber dieses Buches das gleiche Ergebnis erzielt haben wie Al Sarrantonio mit
seiner Superlativ-Anthologie 999,
allerdings vermutlich mit bedeutend weniger Mitteln. Obendrein hat Dead Ends auch
nur ein Drittel des Umfangs, aber das Buch lohnt sich zu lesen. 15 Stories von 15 wirklich
großen Namen, darunter Poppy Z. Brite, David Morrell, Peter Straub, Thomas Ligotti, Joe
R. Lansdale und Ramsey Campbell. Wer allerdings klassische Horror-Themen erwartet, wird
enttäuscht. Während z. B. Poppy Brite und Joe Lansdale recht drastische Geschichten
erzählen, so überwiegen doch die leiseren Stimmen. Festa und Schumacher zeigen in ihrem
Buch, daß moderner Horror nicht immer blutrünstig sein muß, sondern daß sich die
Horror-Literatur in dem Vierteljahrhundert seit Stephen Kings Carrie tatsächlich
zu einer Literatur entwickelt hat, die obendrein noch weitaus ältere Wurzeln als
die SF hat. Mit »Die Stimme des Strandes« liegt ein Klassiker von Ramsey Campbell vor,
und selbst die Geschmacklosigkeit »Der Mann, der das Copyright mißachtete« von Brian
McNaughton kann überzeugen. Horror-Freunde, die auf literarische Umsetzung finsterer
Ideen Wert legen, sollten sich dieses Buch nicht entgehen lassen.
Hardy
Kettlitz ALIEN CONTACT
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