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Der
Herausgeber hat sich viel vorgenommen. Im Vorwort schreibt Frank Festa, dass er sich mit OMEN
einen Kindheitstraum erfüllt, nämlich ein Magazin als deutsches Pendant zum
amerikanischen WEIRD TALES zu schaffen. Und wer, wenn nicht
der Festa Verlag - derzeit die Nummer Eins für Horrorliteratur in Deutschland -, hat das
Potenzial für ein gutes Horror-Magazin? Angestrebt wird eine ähnliche Mischung wie im
Vorbild: klassische Texte, Förderung junger Autoren, Information und Unterhaltung. Und um
auch die Aufmerksamkeit der Leser zu erregen, setzen Herausgeber Frank Festa und Redakteur
Dirk Berger in der ersten Nummer des neuen Paperback-Magazin auf große Namen.Kim Newman ist mit einem Artikel über Anno Dracula sowie einer ordentlichen, wenn auch nicht der besten Kurzgeschichte aus seinem Dracula-Zyklus vertreten. Einleitend dazu gibt es ein kurzes Autorenporträt, das nicht viel Neues verrät, sowie eine nicht sonderlich aussagekräftige Bibliographie. Interessanter ist das ausführliche Interview mit Jeffrey Thomas, dem eine Erzählung über Punktown folgt, »Zeit der Häutung«. Ähnlich wird bei Michael Marshall Smith verfahren, der inzwischen zu einem internationalen Bestsellerautor geworden ist. Zunächst gibt es ein Interview, daran anschließend die Erzählung »Der Mann, der Katzen zeichnete«. Richard Laymon wird in einem Autorenporträt vorgestellt. - Soviel zu den modernen Autoren. Auch wer sich für Klassiker des Genres interessiert, wird bestens bedient. Zunächst gibt es einen etwas akademischen, aber sehr sachkundigen Essay des Lovecraft-Experten S. T. Joshi über Lovecrafts Einfluss auf Fritz Leibers Werk. Dabei werden vor allem Anspielungen und Elemente in den Erzählungen untersucht, weniger die Tatsache, dass Leiber deutlich vielseitiger, phantasievoller und gegenständlicher war als der literatische Vorfahr der modernen Horrorliteratur. Außerdem gibt es zwei deutsche Erstveröffentlichungen alter Horrorstorys: »Schwester Maddelena« von Ralph Adams Cram und »Die Insel des Ud« von William Hope Hodgson. Auffallend ist, dass die drei Erzählungen deutschsprachiger Autoren (Andreas Gruber, Holger Kutschmann und Hans-Dieter Römer) insgesamt die schwächsten Storys sind. Abgerundet wird das Magazin durch fünf Buchrezensionen. Die Anzahl der Buchbesprechungen ist zwar etwas mager, allerdings trifft das auch auf den Horrormarkt, und es würde seltsam anmuten, würden hier hauptsächlich Bücher des wichtigsten Horrorverlags, nämlich Festa, besprochen. Omen bietet eine optimale Mischung aus Information und Unterhaltung. Ganz sicher kann noch einiges verbessert werden - zum Beispiel das Layout und die Qualität der deutschen Storys. Aber jeder Horrorleser wird mit Omen bestens bedient. Erfrischend ist auch, dass Omen beweist, dass die Horrorliteratur bei allem Traditionsbewusstsein mehr zu bieten hat als H. P. Lovecraft und dessen Epigonen. Martin Höllmann |
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