![]() |
| ALIEN CONTACT 51 |
| Science Fiction >
Alien Contact Buch-Tips |
|
| Wer sich mit den Helden des Ringkriegs auf die Reise durch Mittelerde begibt,
der wird mit einer Vielzahl von Namen, Andeutungen und Erzählungen aus älterer Zeit
konfrontiert, die auch am Ende des dritten Bandes häufig nicht erklärt sind. Die
Bewohner Mittelerdes blicken auf uralte Mythen und eine Geschichte vieler Jahrtausende
zurück, und diese zeitliche Tiefe ist einer der großen Stärken von Der Herr der
Ringe: Das Buch ist nur die Spitze eines Eisberges, ein Einblick in eine viel
größere Welt, mit deren »Nebenschöpfung« Tolkien sein ganzes
Leben zubrachte. Wer seinen Horizont über den eines halbwegs gebildeten Hobbits hinaus
erweitern will, der kann das posthum veröffentlichte Silmarillion und dann - mit
größerem Genuss - den Herrn der Ringe noch einmal lesen. Er kann aber auch
gleich eines der inzwischen zahlreichen Nachschlagewerke zu Rate ziehen - und von diesen
ist das jetzt auch ins Deutsche übersetzte Lexikon von Robert Foster das wohl
Umfassendste und Genaueste. Hier lässt sich nachlesen, wie die Welt Ea beschaffen ist, von der Mittelerde nur ein Teil ist, welche Wesen Sauron und Gandalf eigentlich sind und wie die Elben in die Welt kamen. Hier kann man erfahren, was Aragorn in seinem bislang siebzigjährigen Leben getrieben und womit Galadriel die Jahrtausende vor dem Ringkrieg verbracht hat. Endlich wird die Bedeutung der so häufig zitierten Geschichte von Luthien und Beren klarer, und wir verstehen Bilbos Nervosität besser, wenn er in Elronds Haus sein Lied von Earendil vorträgt. Dieses Wissen befriedigt nicht nur die Neugier, es wirft auch einen ganz neuen Blick auf die Abenteuer der Gefährten, die Teil und Spiegelbild einer viel größeren Geschichte sind. Und selbst für langjährige Tolkien-Fans bietet das Lexikon ein Nachschlagewerk von kaum zu überbietender Genauigkeit: Wer kann sich schon all die vielen Namen und Begebenheiten merken, selbst wenn man das Silmarillion, die Nachrichten aus Mittelerde, Das Buch der verschollenen Geschichten oder vielleicht gar alle zwölf Bände der History of Middle-earth gelesen hat? Zudem ist die Lektüre ein Genuss, denn die Erläuterungen der einzelnen Stichworte sind liebevoll verfasst und entsprechen im Stil ganz dem Geiste Tolkiens, der auf Fragen zu seinem Werk meist eher mit der Haltung eines Historikers denn eines Autors antwortete. »Seit Robert Foster 1978, kurz nach Veröffentlichung des Silmarillion, die erweiterte Ausgabe seines Lexikons herausgebracht hat, ist einiges mehr über die Hintergründe von Tolkiens Werk bekannt geworden. Vieles, was seinerzeit noch Spekulation bleiben musste, wurde inzwischen durch eine Vielzahl von Publikationen im Wesentlichen bestätigt - was ebenso für die Konsistenz von Tolkiens Werk wie auch für die Qualität von Fosters Recherche spricht«, schreibt der Übersetzer Helmut W. Pesch in einem Nachwort. Nichtsdestotrotz standen diese Quellen jetzt zur Verfügung, und so ist Peschs Übersetzung zugleich auch eine Bearbeitung und Ergänzung. Der Fantasy-Autor und anerkannte Tolkien-Kenner, dessen Einblick in die Zusammenhänge Mittelerdes staunen lässt, hat hier eine grandiose Arbeit geleistet, die bereits in den Quellenangaben zu den jeweiligen Stichworten sichtbar wird. Diese beziehen sich auf insgesamt 24 verschiedene Texte und unterscheiden sogar zwischen alter und neuer Übersetzung von Der Herr der Ringe. Kurz gesagt: Besser hätte man es kaum machen können. Ob Neuling oder Experte, wer auch immer Fragen zu Mittelerde hat, wird hier eine Antwort finden. Birgit Will ALIEN CONTACT |
![]() |
| ALIEN CONTACT 51 |