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Simon R. Green

Todtsteltzers Erbe

Deathstalker Legacy • 2003

Science Fiction > Alien Contact
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Überraschenderweise entpuppt sich Greens neuester Roman Todtsteltzers Erbe – eine Fortführung der eigentlich abgeschlossenen Saga um den legendären Owen Todtsteltzer – als farbenprächtiges, furioses und zuweilen auch gewalttätiges Zukunftsmärchen. Der Roman vermittelt die gleiche Faszination, die schon die vorangegangenen Teile der Serie auszeichnete. Green führt die Geschichte des neuen Handlungszyklus einige hundert Jahre nach den letzten Ereignissen fort. Ein Jahrhunderte andauerndes goldenes Zeitalter ließ die Schreckensherrschaft der Imperatorin Löwenstein in Vergessenheit geraten. Die ehemaligen Helden der Menschheit sind in den Köpfen der Menschen zu gottähnlichen Götzenblildern verklärt. Dennoch erwachen unter der Oberfläche aus allgemeinem Wohlstand und demokratischer Erneuerung neue düstere Kräfte zum Leben.

Finn Durandal ist einer der berühmtesten Paragone – die neuen Beschützer und Helden der Menschheit. Immer zur Stelle, um Verbrechen zu verhindern oder die Schurken der Gesellschaft zur Strecke zu bringen. Ehrgeizig und medienbesessen wendet er sich jedoch gegen die bestehende Ordnung, als sein Partner Lewis Todtsteltzer und nicht er zum Champion des Königs auserwählt wird. Finn Durandal fasst einen teuflischen, ja geradezu größenwahnsinnigen Entschluss. Da ihm das seiner Meinung nach ihm zustehende Amt verweigert wurde, sollen die dafür Verantwortlichen büßen. Er macht sich auf die Suche nach neuen und mächtigen Bundesgenossen, die nur darauf warten, das bestehende Gleichgewicht der Kräfte zu ihren Gunsten zu manipulieren.

Wie schon sein legendärer Vorfahre wird Lewis Todtsteltzer unfreiwillig in die Rolle des Rebellen und Widerstandskämpfers gezwungen und muss sich gegen Verrat, Lügen und mächtige Gegner behaupten. Seine größte Herausvorderung ist jedoch seine zu Jesamine Blume entflammte Liebe, der Frau, die eigentlich zur neuen Königin gekrönt werden sollte.

Green versteht es ausgezeichnet, seine extravaganten und bisweilen gnadenlos übertrieben geschilderten Figuren zu entwickeln, sie gegeneinander auszuspielen und den Leser jede Minute dabei mitfiebern zu lassen. Trotz mehr als 700 Seiten weist das Buch kaum Längen auf. Greens Romane sind sicherlich keine hohe Literatur, aber verdammt gut geschriebene Unterhaltung. Der Schluss von Todtsteltzers Erbe macht eine Fortsetzung geradezu zwingend.

Gerd FreyALIEN CONTACT

Originalausgabe
Simon R. Green: Deathstalker Legacy (2003)
Deutsche Erstausgabe
Simon R. Green: Todtsteltzers Erbe
(Bergisch Gladbach 2004: Bastei Lübbe) [BLSF 23275] Bestellen
Aus dem Amerikanischen Englisch von Thomas Schichtel, Titelbild: Jim Burns, 752 Seiten, TB
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