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| Alternativweltromane über Hitler und den Zweiten Weltkrieg scheinen in der
deutschen Science Fiction derzeit ein
beliebtes Thema zu sein: Kurz nach dem Erscheinen von Christian von Ditfurths Der 21. Juli
präsentieren nun Ronald M. Hahn und Horst Pukallus ihre Vision eines anderen
Deutschlands. Während von Ditfurth verdeutlichte, wie wenig zwangsläufig der Verlauf der
Geschichte sein kann, hat Wo keine Sonne scheint satirische Züge. In der Welt dieses Romans ist Hitler - angeblich - im April 1945 aus Berlin entkommen, während Hermann Göring nach Transjordanien flüchtete. Drei Jahre später fordert Martin Bormann die Herausgabe des NSDAP-Vermögens, um die Partei in Argentinien neu zu gründen. Derweil werden auf der ganzen Welt Ufos mit Hakenkreuzzeichen gesichtet. Präsident Truman ruft eine »US-Fremdenlegion« für Angehörige der Wehrmacht und der SS ins Leben. Robert A. Heinlein, Leiter der US-Weltraumbehörde, verspricht einen Flug zum Mond in den nächsten fünf Jahren. Werwolf-Gruppen verüben Anschläge auf die Besatzer, und es kursieren Gerüchte von Nazi-Bastionen am Südpol. Zudem hatte Fähnrich Conrad Harras im Mai 1937 das Pech, bei seiner Flucht nach Amerika die Hindenburg-Katastrophe auszulösen. Seitdem lebt er als Holländer getarnt in den Staaten und verdient seinen Lebensunterhalt mit Fälschungen. Unter mysteriösen Umständen erhält er den Auftrag, eine begehrte Filmrolle zu beschaffen. Sie zeigt Hitler bei einer Tätigkeit, »bei der sich Menschen in der Regel nicht filmen lassen«. Angetrieben von der Aussicht auf 100.000 Dollar Belohnung, sucht Harras seinen Bekannten Georg Karmann in Hamburg auf, der den Film zuletzt im Besitz hatte. Doch Harras muss erfahren, dass das Zelluloid seitdem durch mehrere Hände gewandert ist. Harras folgt der Spur der Filmrolle, die ihn zu Pornographen, alten Nazis und neuen Verschwörungen führt. Die eingestreuten Details sowie die Zeitungsmeldungen am Anfang der Kapitel können dem Leser noch ein Schmunzeln abringen. Die Haupthandlung liest sich dagegen wie eine dröge Variante des Krimi-Genres der »Schwarzen Serie«. Viele Druck- und Grammatikfehler tun ihr Übriges, um den Leser zu verärgern. Erst in den letzten zwei Kapiteln erwarten ihn einige bitterböse Pointen, die das Buch in ein besseres Licht setzen. Bis dahin ist es jedoch ein weiter Weg, so dass der Roman nur hartgesottenen Fans von Alternativweltromanen empfohlen werden kann. Gregor Jungheim ALIEN CONTACT |
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