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| Lazarus Long ist eine Figur, die der Leser bereits aus dem 1941 erschienenen
Roman Metuselah's Children kennt. Inzwischen sind jedoch mehr als zweitausend
Jahre vergangen, und Lazarus ist mit 2300 Jahren der älteste Mensch, der jemals gelebt
hat. In dieser Zeit hat er hunderte Welten der Galaxis besucht und ist nun des Lebens
müde. Er zieht sich auf Secundus zurück, die Hauptwelt der Howard-Stiftung, die bereits
im 19. Jahrhundert - natürlich in den USA auf der Erde - für die Belange der Langlebigen
gegründet wurde. Während Lazarus in einem Obdachlosenasyl auf den Tod wartet, wird er
von den Howard-Leuten entdeckt und in eine Verjüngungsklinik gebracht. Der Präsident der
Howard-Stiftung trifft mit Lazarus eine Vereinbarung, woraufhin dieser seine Erinnerungen
erzählt. Und so erfährt der Leser in aller Ausführlichkeit, wie die Kindheit des Helden
verlaufen ist, in welchen Berufen er tätig war und wie er als Siedler, Händler und
unabhängiger Reisender die Galaxis durchstreifte. Schließlich entscheidet sich Lazarus, in die Vergangenheit - genauer ins frühe 20. Jahrhundert - zurückzureisen, um nach seiner Rückkehr in die Zukunft über diese Zeit zu berichten. Dabei trifft er auf seine Familie, sich selbst als kleinen Jungen und vor allem auf seine überaus reizende Mutter ... Heinlein hat versucht, möglichst viele Lebensweisheiten in diesem Roman unterzubringen. Nur leider ist ausgerechnet Lazarus Long eine der unsympathischsten Figuren, die der Autor je erdacht hat. Er ist selbstgerecht, arrogant und egoistisch. Heinlein treibt den sogenannten »gesunden Menschenverstand«, der viele seiner Protagonisten auszeichnet, auf die Spitze, indem er wie in vielen früheren Büchern komplizierte Sachverhalte unzulässig simplifiziert, um sie seiner Meinung nach auf den Punkt zu bringen. So wird im Roman, der zum überwiegenden Teil aus Dialogen und Rückblenden besteht, fast pausenlos - der Originaltitel suggeriert es bereits - über Liebe und Sex geredet, natürlich auch von Gleichberechtigung, dennoch ist die Hauptfigur trotz gegenteiliger Behauptung das Musterbeispiel eines Chauvinisten. Auch politische Äußerungen gibt Long zahlreich von sich. Hier ein Beispiel aus den Tagebüchern: »Wer sich weigert, einen Staat zu unterstützen und zu verteidigen, hat kein Recht darauf, von diesem Staat geschützt zu werden. Der Tod eines Anarchisten oder Pazifisten sollte deshalb in der Gesetzessprache nicht unter Mord eingeordnet werden.« Nun wurde schon häufig darüber diskutiert, ob Heinlein durch seine Hauptfiguren persönliche Meinungen kundtut oder sie ihnen lediglich in den Mund legt. Doch sind die »Weisheiten« allzu unreflektiert, als daß der Autor sie nur als intellektuelle Spielerei meinen könnte. - Heinlein tritt mit diesem Werk den Beweis an, daß ein Spätwerk nicht unbedingt gleichbedeutend mit schriftstellerischer und intellektueller Reife ist. |
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