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Alien Contact Buch-Tips |
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| Nicht jeder alte Schinken ist allein auf Grund seines Alters ein Klassiker,
und nicht jedes Buch wurde für das gleiche Publikum geschrieben. The Rolling Stones
erschien 1952 über vier Monate verteilt in der Zeitschrift BOYS LIFE,
die sich an ein sehr junges Publikum wandte. Die auf dem Mond lebenden Stones sind eine echt amerikanische Heldenfamilie. Vater Stone ist ein hervorragender Ingenieur und Drehbuchautor für eine Weltraumabenteuerserie. Die beiden fünfzehnjährigen Zwillinge Castor und Pollux Stone sind wahre Draufgänger und technische Genies, die bereits ein Patent für ein Raumanzugventil besitzen. Die Mutter Edith Stone ist Doktor der Medizin, Künstlerin und Hausfrau. Großmutter Hazel ist begnadete Ingenieurin und gehörte zu den Mitbegründern der Mondkolonie, die siebzehnjährige Tochter Meade ist ebenso begabt wie ihre Brüder, und der vierjährige Buster ist bereits so schlau, dass er seine Großmutter im Schach besiegt. Die beiden Zwillinge Castor und Pollux entdecken auf einem Schrottplatz ein ausrangiertes Raumschiff und beschließen, ein Transportunternehmen zu gründen. Doch der Vater lässt nicht zu, dass die beiden das Schiff kaufen. Stattdessen erwirbt er selbst für die ganze Familie ein Schiff, das hurtig instand gesetzt und Rolling Stone getauft wird - und kurz darauf kann es losgehen. Zuvor jedoch erstehen die beiden geschäftstüchtigen Zwillinge mehrere Dutzend Fahrräder, die sie auf dem Mars, dem ersten Ziel der Reise, verkaufen wollen. Während des monatelangen Fluges trifft die Rolling Stone auf ein Vergnügungsraumschiff, in dem eine Seuche wütet. Dr. Stone, die Mutter, muss zunächst die Passagiere vor dem sicheren Tod retten. Endlich auf dem Mars angekommen, geraten die Zwillinge in einige Verwicklungen, weil zunächst niemand ihre Fahrräder braucht, bis die Jungen auf die Idee kommen, die Räder an Touristen zu vermieten. Für ihren kleinen Bruder bringen die Zwillinge eine »Flachkatze«, ein kleines, rundes, marsianisches Kuscheltier, mit. Als die Reise zum Asteroidengürtel weitergeht, ereignet sich etwas Unvorhergesehenes: Die Flachkatze bekommt Junge, und diese einige Tage später wiederum, bis das Raumschiff beinahe von kleinen, pelzigen Wesen überschwemmt ist. Doch zum Glück können die Zwillinge auch daraus Kapital schlagen, denn die Erzschürfer im Asteroidengürtel sind ganz versessen auf die Gesellschaft der Flachkatzen. Schließlich reiht der Autor noch einige Abenteuerchen aneinander, eines davon sogar lebensbedrohlich für die Protagonisten, und am Ende beschließt die Familie, nicht nach Hause zum Mond zurückzukehren, sondern weiterhin das Sonnensystem zu erforschen. Vermutlich wollte sich der Autor die Möglichkeit einer Fortsetzung offen halten. Heinleins Sonnensystem scheint in diesem Roman ausschließlich Amerikanern bevölkert zu sein, die durchweg eine erschütternd primitive Goldgräbermentalität an den Tag legen. Der Weltraum unterscheidet sich kaum vom Wilden Westen: Ein jeder muss und darf sich selbst verteidigen, mit Waffen herumfuchteln oder aus ein paar schrottreifen Teilen flugs ein Raumschiff zusammenbasteln. Übertriebene Profitgier wird als Ideal dargestellt. Wenn man heute über die Naivität dieses Romans lächelt, der an die Pulps der vierziger Jahre erinnert, sollte man daran denken, dass er ursprünglich für amerikanische Kinder der fünfziger Jahre geschrieben wurde. Eines dieser Kinder war vielleicht auch David Gerrold, der gut 15 Jahre später eine Star-Trek-Folge mit dem Titel »Kennen Sie Tribbles?« schrieb, in der Lieutenant Uhura ein kleines, wuscheliges Tier an Bord der Enterprise bringt, das sich kurz darauf enorm vermehrt und das Schiff mit seinen Nachkommen überschwemmt. Die Parallelen zu Heinleins Geschichte sind frappierend, bis hin zum Aussehen der Flachkatzen bzw. Tribbles. Davon abgesehen ist Gerrolds Fernsehfolge jedoch um Lichtjahre besser als Heinleins einfältiges Geschichtchen. |
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