Lodrik
ist ein fetter, pubertierender Jugendlicher. Nicht weiter ungewöhnlich oder schlimm, wenn
er nicht ausgerechnet der Prinz und somit Thronfolger des Reiches Tarpol wäre. Zudem
lastet eine Prophezeiung auf ihm: Mit seinem Tod wird die dunkle Zeit wieder über den
Kontinent Ulldart hereinbrechen. Kurzerhand wird der peinliche Prinz von seinem Vater
inkognito in die Provinz Granburg gesteckt, wo er sich als neuer Statthalter die Hörner
abstoßen soll und außerdem vor etwaigen Mordanschlägen geschützt ist. Ihm zur Seite
stehen der geheimnisvolle Leibwächter Waljakov und der listige Erzieher Stoiko. Doch die
Gegenseite hat Wind vom Versteck Lodriks bekommen, und ein Attentäter ist schon
unterwegs.Nach Harald Evers' Höhlenwelt-Saga
betritt erneut ein frischer und unverbrauchter deutscher Autor die Fantasy-Bühne, und er macht seine Sache sehr,
sehr gut. Sicher - es holpern noch ein bis zwei Dialoge, und auch Markus Heitz erfindet
das Rad (der Zeit) nicht neu. Aber unterm Strich stimmt die Mischung: zwei Prisen
Spannung, ein Schuß Humor und zwei Messerspitzen Andeutungen - schon ist man drin und
kommt nicht wieder los.
Ein Sechsteiler soll seine Geschichte um Lodrik und die dunkle Zeit werden. Wenn Heitz
sein Niveau hält, ist ihm ein fester Platz im Fantasy-Regal neben David Eddings und
Maggie Furey sicher.
Peter Sowade |
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