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William Hope Hodgson

Das Haus an der Grenze

The House on the Borderland • 1908

Science Fiction > Alien Contact
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Das Haus an der Grenze gilt als Klassiker des phantastischen Genres. In diesem speziellen Fall hat das Buch vermutlich den Klassikerstatus allein aufgrund seines Alters und zahlreicher Nachdrucke erreicht.

Das erste Kapitel schildert, wie im Jahr 1877 zwei Wanderer in einer alten Ruine südlich des Dorfes Kraighten in Westirland, weitab jeglicher Zivilisation, ein Manuskript finden. Der Rest des Buches ist die Wiedergabe dieses alten Manuskriptes. Ein älterer Herr lebt allein mit seiner Schwester und seinem Hund Pfeffer in dem Haus, dessen Ruine die Wanderer gefunden haben. In seiner Bibliothek sitzend widerfährt ihm zunächst eine seltsame Traumreise, während der er anscheinend in eine andere Dimension oder an einen fernen Ort gelangt, wo er fremdartige, schweineähnliche Bestien entdeckt. Später unternimmt er eine Wanderung zu einer nahegelegenen Schlucht, die die Einheimischen den »Höllenschlund« nennen. Er vernimmt Geräusche, und bald darauf zeigen sich auch die Schweinewesen, tun ihm jedoch nichts zuleide. In den darauf folgenden Wochen fürchtet sich der Mann, dass etwas Schreckliches aus dem Höllenschlund hervorbrechen könnte.

Eines Tages schläft er wieder in seiner Bibliothek ein und erlebt eine weitere Traumreise, weit dramatischer als die am Anfang des Buches. Sie nimmt auch beinahe die ganze zweite Hälfte des Romans ein. Dabei vergehen Jahrtausende und schließlich Millionen von Jahren; er beobachtet, wie die Sonne erlischt, die Planeten das Sonnensystem verlassen und die atmophärelose Erde schließlich um einen grünen Stern kreist.

Als der Mann schließlich wieder zu sich kommt, hört er im Keller – O Gott! O Gott! – ein Geräusch ...

Das hölzerne Pathos dieses 1908 erschienenen Romans war Jahrzehnte später in ähnlicher Form in den Erzählungen H. P. Lovecraft wiederzufinden, der auch begeistert schrieb: »Das Haus an der Grenze ist wahrscheinlich Hodgsons großartigstes Werk.« Doch Lovecraft hatte zumindest in einigen seiner Erzählungen eine nennenswerte Handlung, während bei Hodgson so gut wie gar nichts geschieht. Der Protagonist beobachtet, wartet, fürchtet sich, wartet wieder und beobachtet. Obwohl in dem einsamen Haus auch die Schwester des Protagonisten lebt, tritt sie nicht in Erscheinung. Hodgson hält es auch nicht für nötig, die Figuren die Geschehnisse durch Dialoge reflektieren zu lassen.

Oftmals wird die Seelenreise durch den Kosmos, die im zweiten Teil des Roman geschildert wird, gelobt – interessanterweise meist in der Sekundärliteratur des Horrorgenres, weniger in der zur Science Fiction. Das mag zweifellos daran liegen, dass Hodgsons Schilderungen aus wissenschaftlicher Sicht der pure Unfug sind. Hier sollte lediglich ein »Kosmischer Schrecken« erzeugt werden, für den sich Mystiker wie Lovecraft sicherlich begeistern konnten. Abgesehen von unmotivierten Bewegungen der Himmelskörper, die schon in Stablefords Vorwort zum Roman als »fehlerbehaftet« bezeichnet werden, war auch 1908 längst bekannt, dass grüne Sterne eine astrophysikalische Unmöglichkeit sind.

Zumindest ist die deutsche Neuausgabe des bereits vor längerer Zeit einmal bei Suhrkamp erschienenen Romans schön gestaltet, von Michael Siefener hervorragend übersetzt und mit einem recht aufschlussreichen Vorwort von Brian Stableford versehen. Doch dass tröstet auch nicht darüber hinweg, dass man sich 150 Seiten lang einfach nur langweilt.

Hardy KettlitzALIEN CONTACT

Originalausgabe
William Hope Hodgson, The House on the Borderland (1908)
Dt. Neuausgabe
William Hope Hodgson, Das Haus an der Grenze
(Leipzig: Festa Verlag, 2004) [Festa 1306] Bestellen
Deutsch von Michael Siefener, Paperback, 174 Seiten
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Lieferbare Titel von William Hope Hodgson
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