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| Conan ist eine der bekanntesten Figuren der Fantasy-Literatur, auch wenn er den meisten
Menschen eher als Comic- oder Filmheld bekannt sein dürfte. Im Heyne-Verlag liegen bisher
über 50 Bände von Conans Abenteuern vor, zumeist von weniger begnadeten Autoren
geschrieben. Wer sich bisher mit dem Phänomen befasst hat weiß aber, dass der Held aus
Cimmerien ursprünglich von einem einzigen Schriftsteller erdacht wurde und die ersten
Abenteuer bereits in den frühen 30er Jahren im Pulp-Magazin WEIRD TALES
erschienen sind. Spätere Buchausgaben der Erzählungen wurden oftmals bearbeitet,
ergänzt, teilweise sogar umgeschrieben. Für diese neue Ausgabe jedoch hat sich Patrice Louinet darum bemüht, alle frühen Conan-Texte in ihrer Originalfassung zu präsentieren. Dazu wurden, soweit sie noch existieren, die Originalmanuskripte herangezogen. Sofern kein Manuskript mehr aufzutreiben war, wurde zumindest der Text aus dem Magazin Weird Tales verwendet. Insbesondere wurde darauf wert gelegt, die Storys in der Reihenfolge zu präsentieren, in der sie der Autor verfasst hat. Howard selbst wollte nie Conans Leben in einer chronologischen Reihenfolge erzählen, sondern vielmehr Episoden festhalten. Wenn man nun Conan pur genießt, merkt man bald, dass die Originalgeschichten eine ganz andere Qualität besitzen als das meiste, das später den Kanon um Conan hinzugedichtet wurde. Zwar war Howard gewiss kein begnadeter Literat, aber er hatte sehr genaue Vorstellungen von der Figur eines Barbaren, der der modernen Zivilisation kritisch gegenüber steht. Sicherlich sind die blutigen und gewalttätigen Schilderungen barbarischer Schlachten nicht jedermanns Geschmack, andererseits sind Geschichten wie »Der Turm des Elefanten« oder »Die Königin der schwarzen Küste« inzwischen Klassiker, die ein jeder kennen sollte, der sich ernsthaft mit phantastischer Literatur auseinandersetzt. Sehr interessant ist auch das »Bonusmaterial« des Buches. So gibt außer den dreizehn zum Teil recht umfangreichen Erzählungen noch »Vermischte Schriften«, die sowohl Fragmente und Exposés wie auch unterschiedliche Versionen der Story »Im Zeichen des Phönix« enthalten. Darüber hinaus gibt es Howards »Anmerkungen zu verschiedenen Völkern des hyporischen Zeitalters« sowie einen Text über »Hyborische Namen und Länder«. Der Herausgeber erläutert in seinem Vorwort und in der »Hyborischen Genesis« Zusammenhänge und Hintergründe zur Entstehungsgeschichte der Erzählungen. Außerdem sind die Texte jeweils wirklich passend und stimmungsvoll von Mark Schultz neu illustriert worden. Das Vorwort von Wolfgang Holhbein hätte man sich jedoch sparen können, da Hohlbein nicht allzu viel Substanzielles zum Thema Conan zu sagen hat. - Insgesamt also ein Band, der nicht nur Hunderte Seiten spannenden Lesestoff bietet, sondern obendrein viel Wissenswertes über Autor und Entstehungszeit vermittelt. Bleibt zu hoffen, dass die nachfolgenden beiden Bände ebenso interessant wie dieser erste ist, denn Howard hat auch nach 1933 noch zahlreiche Conan-Geschichten geschrieben. |
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