| Helge Kautz, beruflich als Webmaster für einen großen Spielepublisher
tätig und privat (unter anderem) Science
Fiction-Fan, schrieb schon für die richtungsweisende Computerspiel-Space-Opera X - Beyond
the Frontier einen recht eindrucksvollen Abenteuer-Roman. Entpuppen sich die
meisten Romane zu Spieleproduktionen als einfallslose Merchandising-Ware ohne
nennenswerten literarischen Anspruch, schreibt Helge Kautz seine Bücher ohne
kommerziellen Druck. Ihn trieb vielmehr die Faszination der Spielwelt und die Lust am
Schreiben dazu, seine - bisher zwei - Romane zu Papier zu bringen. In seinen Erstlingswerk
Farnhams Legende
bewies sich Helge Kautz als talentierter Geschichtenerzähler, der zwar keine
literarischen Höhenflüge wagt, aber im besten Sinne gute Unterhaltung bietet. Leider gab
es Farnhams Legende nur als Beilage zu dem Computerspiel-Erweiterungs-Set Xtension zu
erwerben, und so wurde es von vielen SF-Fans gar nicht wahrgenommen. Die
Sagittarius-Verschwörung dagegen ist im regulären Buchhandel erhältlich. Wie schon
in Farnhams Legende benutzt Helge Kautz eine Computerspielwelt als Hintergrund
für seinen neuen Roman. Die Sagittarius-Verschwörung basiert auf dem
Action-Adventure Yager, das zuerst für Microsofts Spieleplattform X-Box
entwickelt wurde. Im Buch geht es um die Entführung des Prototypen eines mächtigen
Raumkampf-Jägers. Geriete diese mächtige Waffe in die Hand einer einzigen
Machtgruppierung, würde dies das Kräftegleichgewicht des Planeten erschüttern und so
unweigerlich zur Katastrophe führen. Doch davon weiß Magnus Tide, Held des Romans, noch
nichts. Auf der Suche nach seinem besten Freund gelangt er vorerst an zwielichtige
Gestalten, freundet sich mit einer Piratin an und plant eine Befreiungsaktion. Erst nach
und nach wird Magnus Tide bewusst, in welcher Gefahr er schwebt, wie groß die
Wahrscheinlichkeit eines neuen Krieges geworden ist und an welchem Ort der
High-Tec-Kampfjäger versteckt liegt.
Helge Kautz entwickelt seine temporeiche Geschichte mittels mehrerer Erzählebenen,
deren Verbindungen erst mit voranschreitender Handlung sichtbar werden. Leider lesen sich
einige Dialoge recht platt und auch die Hauptprotagonisten sind zu farblos gehalten. Oft
dominiert allein die aktionreiche Handlung und lässt wenig Platz für eine differenzierte
Figurenentwicklung. Dennoch versteht es Helge Kautz, spannend zu erzählen und den Leser
schnell in seine Romanwelt einzuführen. An die Qualität seines Romanerstlings kommt er
jedoch nicht heran.
Gerd
Frey ALIEN CONTACT
|
 |