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| Ursula K. Le Guin ist dem Leser vor allem durch ihren Erdsee-Zyklus
und den hervorragenden Social-Fiction-Roman Planet der Habenichtse (The
Dispossessed) bekannt. Mit dem 1980 erschienenen Roman um Das Wunschtal hat
sie sich eines eher märchenhaften Themas angenommen. Es gibt nicht viel, das Hugh aus seinem eintönigen, immer gleich ablaufenden Leben zwischen seinem Job als Kassierer im Supermarkt und dem langweiligen Zuhause, das er mit der Mutter teilt, herausreißt. Der junge Mann ist mit seinem Dasein zunächst zufrieden und stört sich nicht daran, in der Betonwüste einer amerikanischen Kleinstadt zu leben und kaum etwas Natürliches zu kennen - bis es ihn auf einem Spaziergang an einen Ort verschlägt, an dem die Zeit stillsteht. Der Wald und See scheinen verzaubert, nie zuvor hat er mit seinen Sinnen so intensiv Geräusche, Gerüche und Geschmack wahrgenommen und Farben gesehen. Hugh wird nach den Eindrücken süchtig. Es zieht ihn immer häufiger an den See. Nach und nach merkt er, dass er nicht alleine ist. Menschen, die er nicht verstehen kann, weil sie eine andere Sprache sprechen, tauchen auf - aber auch Irene, eine Frau, die wie er aus der realen Welt stammt. Sie führt ihn allmählich in das »Wunschtal« ein. Dann aber erfahren sie, dass auch diese Idylle eine Schattenseite hat. Ein grausames Wesen bedroht die Menschen, die selber nicht wissen, wie sie sich verhalten wollen. Nun ist es an Hugh und Irene, ihren Traum zu retten. Aber der Kampf gegen das Monster lässt sie das eigentlich Wesentliche erkennen ... Das Wunschtal ist eine kleine, eher nette Geschichte, in der es weniger um den verwunschenen Ort an sich als um die Entwicklung von Hugh und Irene geht, und um die Aussage, dass man durch seine Träume und Wünsche wachsen und etwas Neues beginnen kann, wenn man nur den Mut fasst, den entscheidenden Schritt zu tun. Denn die Bewohner der scheinbaren Idylle bleiben eher blasse Schemen, und das Monster, dem sich die Helden am Ende stellen, symbolisiert vielmehr ihre Ängste vor den Hindernissen, die den ersten Schritt erschweren könnten. Das alles wird durch die behäbige, märchenhafte Sprache unterstützt, die Das Wunschtal eher zu einem erzieherischen Märchen als zu einem unterhaltenden, abenteuerlichen Fantasy-Roman machen. Auch wer Ursula K. Le Guin schon kennt, sollte sich bewusst sein, dass dieser Punkt den Roman von ihren anderen Werken unterscheidet und daher unter Umständen enttäuschen kann. Christel Scheja ALIEN CONTACT |
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