| Ein großes Haus, umgeben von einem wunderschönen Garten, mitten in der
Wüste. In einer Entfernung von vielen Tagesreisen nichts weiter als Sand. Hier beginnt
die Dienerin Claidissa - genannt Claidi - ihr Tagebuch, und das ist auch die Perspektive,
aus der die Leser sie kennen lernen. Natürlich ist das Leben einer Dienerin weder einfach
noch schillernd, sondern eher langweilig, aber das ändert sich, als ein schöner Fremder
namens Nemian buchstäblich vom Himmel fällt und Unruhe in die beschauliche
Regelmäßigkeit des großen Haushaltes bringt. Der Störenfried wird in die Wüste
geschickt, und auf Geheiß der unnahbaren Jizania von Tiger flieht Claidi mit ihm.
Natürlich sind Stürme zu überstehen, viele Gefahren zu überwinden und nicht immer sind
andere Stämme, denen die beiden begegnen, ihnen freundlich gesinnt: Die Schafler sind
undurchschaubar, und die Federer wollen den beiden Reisenden an den Kragen. Hilfe naht in
Gestalt einiger Wüstenbanditen, auch wenn das zunächst anders aussieht. So kann Nemian
seine Aufgabe erfüllen und eine Prinzessin zum Wolfsturm bringen. Denn schließlich ist
Claidi eine Prinzessin, oder? Nur eine Prinzessin aus dem Haus kann das Gesetz feststellen
und damit das Fortbestehen des Wolfturms sichern. An Ende jedoch verlässt Claidi mit
Argul, dem Anführer der Banditen, den Wolfturm - aus guten Gründen. Tanith Lee hat die
Gabe, stimmungsvolle Beschreibungen für Jung und Alt zu Papier zu bringen. Mit Das
Gesetz des Wolfturms beginnt sie eine neue Serie für Leser ab 12, die sich nach den
ersten, etwas langen Passagen ebenso spannend entwickelt wie die anderen ihrer Bücher.
Allerdings wird schon etwas Geduld gefordert, bis die Geschichte so richtig in Gang kommt.
Dieses Buch ist eindeutig kein aktionsgeladenes Hau-Drauf-Spektakel, sondern es nimmt sich
Zeit für die einzelnen Figuren. Leider kann man dieses Buch nicht als Einzelroman lesen,
es ist eindeutig der erste Teil der Serie um die Wölfe, und man möchte am Ende
eigentlich weiterlesen, um zu erfahren, was mit Claidi und Argul noch passiert.
Anita Winkler |
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