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| ALIEN CONTACT 52 |
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Alien Contact Buch-Tips |
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| In einer utopischen Zukunft wurde ein scheinbar harmonisches Paradies
geschaffen. In der künstlichen Umgebung hochtechnisierter Städte leben die Menschen
friedlich zusammen. Genmanipulationen am Gehirn, eine Maskierung der Gesichter, die
Individualität ausschalten, und eine Rückstufung der Gefühle auf ein geringes Maß
sorgen für scheinbaren Frieden und oberflächliches Glück. Gemm 16884, der erst an der
Schwelle zum Erwachsenwerden steht, spürt aber, dass etwas nicht stimmt. Er zeigt
Gefühle und Individualität. Um ihn zu heilen, versetzen die Führungskräfte Gemm geistig in die Vergangenheit und lassen ihn das Leben des jugendlichen Juden Johannes im Jahre 1384 miterleben. Der Besucher aus der Zukunft erfährt viel Glück und starke positive Gefühle in der verschworenen Gemeinschaft der Gemeinde: den Stolz seines Vaters, die Liebe seiner Geschwister und Mutter und die Leidenschaft, die er selber für ein Mädchen entwickelt. Doch die Welt ist im Zeitalter der Pest und Not nicht nur friedlich und freundlich. Er bekommt am eigenen Leibe in Straßburg und anderen französischen Städten zu spüren, wozu Hass auf Andersgläubige oder -artige, Niedertracht, Bosheit, Habgier aber auch Angst, Aberglaube und Abscheu führen können. Gemm lernt als Johannes Schmerz, Folter, Angst und schließlich auch den Tod kennen. Er begreift nun, warum seine Gesellschaft auf die Wahrnehmung so starker Gefühle verzichtet, da sie anderen Menschen nur Leid und Tod bringen, ist aber letztendlich nur vordergründig geheilt. Der Roman versucht zwei Botschaften zu übermitteln: Einmal macht er deutlich, dass es wichtig ist, zu seiner Individualität und seinen Gefühlen, wie stark sie auch immer sein mögen, zu stehen, auf der anderen Seite zeichnet die Autorin ein sehr atmosphärisches Bild der jüdischen Gemeinde Straßburgs aus der Sicht ihres Helden und appelliert an Toleranz und Respekt gegenüber Andersgläubigen, indem sie das Verhalten der Christen gegenüber den Juden überzeichnet und die Eigenheiten des frühen Antisemitismus nachzeichnet. Gerade diese Zweiteilung macht den Roman aber schwächer, als er sein könnte. Die Zukunftsebene wirkt aufgesetzt und wesentlich unausgereifter als die 1384 spielende Handlung, die auch in ihrer Kürze sehr intensiv auf den Leser wirkt. So bleibt der Roman weder Fleisch noch Fisch und kommt über ein Mittelmaß nicht hinaus. Christel Scheja ALIEN CONTACT |
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