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| Science
Fiction Buch-Tips |
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| Cloven Hooves - zu deutsch »Gespaltene Hufe« - erzählt die
Geschichte von Evelyn, die in Alaska aufwächst und sich nie richtig an die
Gepflogenheiten der Zivilisation gewöhnen kann. Bei ihren Streifzügen durch die Wälder
trifft sie eines Tages auf den Faun, ein Wesen mit Bocksfüßen und Hörnern auf dem
ansonsten fast menschenartigen Kopf. Nach ihrer ersten Monatsblutung verliert sie den
Kontakt zu Pan, wie sie ihn nennt, und gibt sich Mühe, sich so zu verhalten, wie es von
einem amerikanischen Teenager erwartet wird - jedoch ohne allzu großen Erfolg. Als sie an
der Universität den gutaussehenden Tom Potter kennenlernt, heiraten die beiden und
bekommen ein Kind, den kleinen Terry. Diese Vorgeschichte wird in Rückblenden erzählt,
während die Familie zu Besuch bei Toms Eltern in Tacoma im US-Staat Washington ist. Doch
was ursprünglich als Urlaub von wenigen Wochen geplant war, wächst zu einem monatelangen
Aufenthalt aus. Tom wird voll ins Familienleben integriert und will im Grunde gar nicht
mehr nach Alaska zurückkehren, während Terry von allen als hoffnungsvoller Enkel von
Großvater Potter bewundert wird. Evelyn dagegen fühlt sich immer mehr als Fremdkörper
in der Familie ihres Ehegatten. Auch mit den anderen Frauen verbindet sie nichts, da ihr
deren Vorlieben für hübsche Kleider, Netzstrümpfe, Lippenstift und Kitsch auf ewig
fremd bleiben. Dann trifft sie im Wald hinter dem Grundstück der Potters den Faun wieder, den sie schon fast als Phantasie ihrer Kinderzeit abgetan hatte. Bei ihm findet sie die natürliche Geborgenheit und das Verständnis, das ihr Ehemann nicht mehr für sie aufbringen kann. Ihre Kontakte werden immer intensiver, und schließlich kommt es sogar zu sexuellen Vereinigung. Nach einer unerwarteten Tragödie hält Evelyn es nicht mehr in der Zivilisation aus und flieht mit dem Faun nach Norden. Bei ihrem anstrengenden Marsch durch die Wildnis erkennt sie allmählich, wie sehr sie trotz allem Mensch geblieben ist, da sie diese Strapazen ohne die Hilfe ihres gehörnten Freundes niemals überlebt hätte. Und schließlich erfüllt sich im tiefsten Winter in einer abgeschiedenen Berghöhle ihr Schicksal ... Die Stunde des Fauns ist ein sehr persönlicher und vor allem sehr weiblicher Roman. Das bedeutet jedoch keineswegs, daß er nicht für männliche Leser geeignet ist - im Gegenteil! Die Autorin schildert durchaus nachvollziehbar die Probleme einer Frau, ohne in den weinerlichen Befindlichkeitsfimmel zu verfallen, der für die deutsche Emanzipationsliteratur leider so typisch geworden ist. Auch die Darstellung des Fauns ist sehr gelungen. Nachdem er sich im Verlauf der Handlung von einem eher märchenhaften Wesen in ein sehr reales Geschöpf verwandelt hat, verliert er nichts von seiner Aura - und genau daran sind schon viele Autoren gescheitert, die Ähnliches versucht haben. Wer bereit ist, sich auf Megan Lindholms Buch einzulassen, muß sich einfach darin verlieben. |
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