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ALIEN CONTACT

James Lovegrove

Die Hoffnung

The Hope • 1990

Science Fiction > Alien Contact
Buch-Tips
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Wer noch auf diesem Schiff lebt, hat alle Hoffnung verloren. Seit über 30 Jahren dreht die »Hoffnung« ihre Runden über den Ozean, ohne je Land erreicht zu haben. Inzwischen lebt die zweite Generation an Bord. Ein riesiges Kreuzfahrtschiff, fünf Meilen lang, zwei Meilen breit und eine Meile hoch, war die monströse Ausgeburt eines Tycoons, der sich noch vor dem Stapellauf erhängte. Jedem alten Fahrensmann ist klar, daß damit das Schicksal der »Hoffnung« besiegelt ist. Inzwischen ist sie ein verrosteter Seelenverkäufer, der sich bemüht, die lästige Fracht loszuwerden. Da der altersbedingte Abgang in den oberen Decks nicht schnell genug vor sich geht und Seuchen auf den unteren Decks nicht die erhoffte Wirkung zeigen, ersinnt das langsam erwachende Bewußtsein des Schiffes mörderische Attacken auf seine Parasiten. In einem Reigen lose miteinander verknüpfter Geschichten erleben wir, wie eine Frau sich und drei Kinder mit einem letzten, opulenten Mahl vergiftet, ein Geistlicher Straßenkinder vergewaltigt und ermordet, ein Dirigent ein Paar während des Liebesspiels pfählt und ein Mädchen ihren Freund ausweidet. Dazwischen geht ein Bibliothekar in der Phantasiewelt seines Buchbestandes auf, und der einzige Schiffsarzt schluckt Tabletten, nachdem er einen Teil der grausigen Wahrheit erkannt hat. Bandenkriege verunsichern die unteren Decks während man sich oben wie vor 30 Jahren dem Amüsement einer Kreuzfahrt hingibt.

Die Ebenen der Decks spiegeln zwar die gesellschaftliche Struktur auf dem Schiff wider, aber man erfährt kaum Genaueres über die Folgen dieses interessanten sozialen Experiments. Letztlich ist das Buch eine Sammlung von modernen urban legends, deren phantastisches Element darin besteht, daß das Bewußtsein des Schiffes Kontakte zu einem geschlechtslosen Wesen und zu Lonley, der Ratte, aufnimmt, der im Auftrag des Schiffes mit der Säuberung beginnt und zum Ursprung der Legende vom Regenmann wird. - Die Erzählweise ist recht heterogen, die Bezeichnung Roman trifft jedoch nicht ganz zu: Mal aus der Sicht der jeweiligen Protagonisten, mal aus der Position eines Beobachters, mal als Tagebuch. Zum Schluß offenbart Lonley, die Ratte, seine Wahrheit in einem Büchlein. Die Protagonisten bleiben blaß, heben sich nicht aus der anonymen Masse der Passagiere heraus. Nur die Psychosen und die mörderische Intensität steigern sich von Episode zu Episode. Wer etwas wirklich Schreckliches lesen will, sollte einfach die Zeitung von heute aufschlagen.

• Wolfgang Both • ALIEN CONTACT

James Lovegrove
The Hope (1990)
Die Hoffnung (München: Heyne) [06/5992]
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