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| Anne McCaffreys Zyklus um die Drachenreiter von Pern gehört schon
lange zu den Klassikern der Science Fantasy. Der neuste Roman des Zyklus wendet sich einer
der schillerndsten Figuren dieses Universums zu: Robinton, dem Meisterharfner von Pern.
Viele Leser haben den charmanten, schlitzohrigen Harfner und Politiker zu ihrem Liebling
erkoren. In Drachenklänge stellt Anne McCaffrey den Anfang seines Lebens vor. Geboren wird Robinton als Sohn des hochbegabten Harfnermeisters Petiron, der ausgezeichnet komplexe und technisch ausgereifte Sinfonien schreiben kann, nicht aber eingängige Lieder, die auch den einfachen Menschen ins Ohr gehen. Da Petiron nicht nur ein Genie, sondern auch ein äußerst geltungsbedürftiger Mann ist, verbergen seine Frau Merelan und andere Harfnermeister lange Zeit vor ihm, dass sein Söhnchen Robinton bereits als kleines Kind um einiges begabter ist als er und genau die Fähigkeiten besitzt, die ihn zu einem Meisterharfner prädestinieren. Nachdem die Mutter gestorben ist und Petiron das Talent seines Jungen entdeckt, ist die Beziehung zwischen Vater und Sohn von Misstrauen und Eifersucht geprägt. Doch Robinton geht seinen eigenen Weg, unabhängig vom Vater, der sich schließlich resigniert als einfacher Harfner in die Halbkreisbucht zurückzieht, um seinem Sohn nicht die Karriere zu zerstören. Robinton, der neben seinen vielen Erfolgen auch Rückschläge - wie die Geburt eines behinderten Sohnes - hinnehmen muss, stellt sich den Herausforderungen gerne. Denn er hat die Aufzeichnungen der Harfner genau studiert und weiß, daß er die Menschen von Pern auf eine kommende Veränderung hinweisen muß: den drohenden Fädenfall. Doch die Barone und ihre Untergebenen haben sich ein neues, bequemeres Leben geschaffen und wollen weder die Botschaft hören noch die Drachenreiter, die nur mehr ein Schattendasein führen, ernst nehmen ... Nicht zuletzt gilt es auch, den Bestrebungen des machtgierigen Fax Einhalt zu gebieten, der bereits sechs Burgen erobert hat und nun nach einer Ausweitung seines Machtbereiches schielt ... Mit der Lebensgeschichte einer so schillernden Persönlichkeit wie Robinton scheint sich Anne McCaffrey etwas übernommen zu haben. Leider gleitet sie häufig zu sehr in rührselige Schilderungen um das Wunderkind und seine Familie und Freunde ab. Die eigentlich wichtigen Jahre - die Robinton als klugen Taktierer und listigen Meisterharfner geprägt haben - werden nur in einem Viertel des Romans abgehandelt. Gerade das Ende, das den Kreis zu den ersten Erzählungen um die Drachenreiter schließt - die Ereignisse auf Burg Ruatha, die zur Entdeckung Lessas führen -, wirkt besonders enttäuschend. Obendrein entspricht der Roman bedauerlicherweise sämtlichen Klischees, die man der »Frauen-Fantasy« im Allgemeinen nachsagt. McCaffrey hat viele Möglichkeiten verschenkt, indem sie sich auf die Sentimentalitäten konzentrierte, die viele der Fantasy zugeneigten Romane von heute prägt. Christel Scheja ALIEN CONTACT |
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