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Jack McDevitt

Chindi

Chindi • 2002

Science Fiction > Alien Contact
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Nach Gottes Maschinen und Die Sanduhr Gottes legt Jack McDevitt einen dritten Roman um die Raumpilotin Priscilla »Hutch« Hutchins vor. Auf den ersten Blick überrascht der ungewöhnliche Titel, der aber in keinem direkten Zusammenhang mit der Handlung steht.

Was ein Chindi ist, erklärt der Autor im Laufe der Geschichte:

   »Was zum Teufel ist ein Chindi?«
   »Das ist ein Navajo Wort. Ein Nachtgeist.«
   »Gefährlich?« fragte Nick.
   »Alle Geister sind gefährlich«, entgegnete Tor ... (Seite 430).

Durch Zufall fängt ein Raumschiff ein fremdartiges, aber eindeutig künstliches Signal aus der Nähe eines Neutronensterns auf. Priscilla Hutchins, die sich gerade entschlossen hatte, ihren Dienst zu quittieren, weil ihr die endlose Routine der langen Raumflüge keine neue Motivation geben, wird aufgrund dieser Entdeckung an eine private Gruppe von Forschern »ausgeliehen«. Diese glauben an die Möglichkeit eines außerirdischen Kontaktes und haben ein entsprechendes Raumschiff gechartert. Außerdem finanzieren sie Hutchins bisherigen Arbeitsgeber - die Akademie - zu einem beträchtlichen Teil. In der Nähe der ersten Fundstelle wird erneut ein Signal entdeckt, das sich als erster Hinweis auf eine interstellare Schnitzeljagd entpuppt. Immer wieder stößt die kleine Gruppe auf neue unverständliche Spuren.

Hier liegt auch das Konfliktpotential an Bord des Raumschiffes: Die Amateure wollen sich kopfüber auf die neuen Entdeckungen stürzen und Hutchins muss sie zurückhalten. Hinzu kommt der Hinweis ihrer Vorgesetzten, dass Amateure nichts in den Ruinen fremder Zivilisationen zu suchen haben und dergleichen den nachfolgenden Profis überlassen sollen. Doch die Gefahren in den Tiefen des Alls bestehen nicht nur aus Hutchins Warnungen, sie sind tödlich. Als die dezimierte Crew schließlich auf ein riesiges, geheimnisvolles, aber aktives Raumschiff - den Titel gebenden Chindi - stößt, haben sie eine neue Schwelle erreicht. Alle müssen zusammenarbeiten, und nur gemeinsamen haben sie eine kleine Chance, etwas von dieser alten, atemberaubend weit entwickelten außerirdischen Rasse zu erahnen.

Jack McDevitt liefert mit Chindi wieder einen rasanten Abenteuerroman ab. Erst in der Nachbetrachtung fallen dem Leser einige kritische Passagen auf. Immer wieder bemerkt Hutch, dass sie bis dato nicht richtig in Lebensgefahr geschwebt hat. Das widerspricht der spektakulären Rettungsaktion am Ende des letzten Romans Die Sanduhr Gottes. - Die Außerirdischen und ihre Intention bleiben fremd. Jack McDevitt bemüht sich nicht, den Schleier zur Seite zu ziehen. Immer wieder spielt er mit seinen Lesern, spiegelt ihnen vor, alles zu wissen, um dann eine neue Seite dieser fremdartigen und doch faszinierenden Technologie aus dem Hut zu zaubern.

Es fällt dem Autor leicht, das Spannungsniveau hochzuhalten, doch irgendwann muss er die Karten auf den Tisch legen. In diesem Punkt hätte man von einem umfangreichen Roman mehr erwartet und auch der Epilog enttäuscht . Hier kitzelt der Autor seine Leser und verspricht ihnen weitere Abenteuer.

• Thomas Harbach • ALIEN CONTACT

Originalausgabe
Jack McDevitt, Chindi (2002)
Dt. Erstausgabe
Jack McDevitt, Chindi
(Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2004) [24328] Bestellen
Dt. von Frauke Meier, Titelbild Jim Burns, 733 Seiten
Leser-Service
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