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Alien Contact Buch-Tips |
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| Mit Kirinja liefert
Ian McDonald die kongeniale Fortsetzung seines hierzulande 1997 erschienenen Romans Chaga
oder Das Ufer der Evolution (Chaga 1995). Meteoriten mit überlegenem
außerirdischem Leben fielen auf Afrika. Das Chaga wuchs fünfzig Meter am Tag in alle
Richtungen, vernichtete Industrie, krempelte Menschen um. Am Himmel tauchte ein
merkwürdiges Objekt auf. McDonald beschrieb ein erschütterndes Szenario, wie ein
souveräner Staat von den Mächtigen der Erde per UNO entmündigt wurde, nur weil sie
glaubten, kontrollieren zu müssen, was sie nicht kennen. Die Heldin beider Romane ist eine Reporterin: Gaby McAslan, ehrgeizig und intelligent, inmitten von schwarzen Mitstreitern und Ganoven, UNO-Soldaten, Piloten und Forschern. Im zweiten Band ist sie drogenabhängig, sie wird Informationsoffizierin eines afrikanischen Bundes und gefährdet ohne Absicht dessen Politik. Das ominöse Chaga hat sich nun in Äquatornähe durchgesetzt und seine Expansion beendet. Im Innern der mutierten Zone hantieren die Afrikaner mit außerirdischer Nanotechnik. Der Norden schottet das Chaga ab und finanziert marodierende Banden. Die USA okkupieren das fremde Himmelsobjekt - letztlich vergeblich. Das Universum, wie wir es kennen, hört auf zu existieren ... McDonald erzählt wieder von einem magischen, regel- und mitleidslosen Afrika, das aus der Eisenzeit kommend das Computerzeitalter überspringt. Die Wissenschaft beherrscht der Autor sicher, auch die Dramaturgie der Spannung, zügellose Erotik, burschikose Freundschaft; er legt die Logik der Entspannung und des Krieges bloß. McDonald ist ein genauer Erzähler mit gelegentlich blendender Metaphorik. Seine besondere Stärke ist die Darstellung gesellschaftlicher Prozesse im Chaga. Seit Ursula LeGuins Planet der Habenichtse (The dispossessed 1974) wurde selten ein »Dritter Weg« überzeugender beschrieben. Ein erstklassiges Buch. Uwe Salzbrenner ALIEN CONTACT |
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