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| Drei mysteriöse Todesfälle unweit Alzey und Worms geben der Bevölkerung
Rheinhessens Rätsel auf. Jeden für sich könnte man als tragischen Unfall abhaken, alle
zusammen scheinen jedoch auf eine gemeinsame Ursache hinzudeuten. Zudem erinnern sich
einige Personen daran, dass drei Jahre zuvor schon einmal eine Handvoll seltsamer
Todesfälle für Aufsehen in der Region gesorgt hatte. Damals schien die Quelle allen
Unglücks ein Fürstengrab aus keltischer Vorzeit zu sein - auch wenn die polizeilichen
Ermittlungen zu einem anderen Ergebnis kamen. Einem Witwentrio gelingt es, alle, die einst
an den Nachforschungen beteiligt waren, noch einmal zusammenzubringen. Was als Suche nach
Parallelen zwischen den Ereignissen beginnt, gestaltet sich für die Betroffenen bald zu
einer Reise in die persönliche Vergangenheit und in mythische Sphären. Mit diesem Buch startet der Autor die VES-Mystery-Reihe, in deren Mittelpunkt die Witwen Vera, Ellen und Susanne stehen. Sie baut auf der ebenfalls von McNeal verfassten, fünfbändigen ACB-Mystery-Reihe auf, in der die Frauen unter mysteriösen Umständen ihre Ehemänner verloren - bis sie in Band drei der Serie (Das Grab des Fürsten) aufeinander trafen. Die VorholzFürstin knüpft an die Ereignisse dieses Buch an, wird vom Verlag allerdings als »Nichtfortsetzung« bezeichnet. Wer die ACB-Mystery-Reihe nicht kennt, wird es schwer haben, sich in die komplizierten Personenkonstellationen einzufinden, zumal die Vorgeschichten der Figuren nur abrisshaft dargestellt werden. Wer jedoch andere Bücher des Autors gelesen hat, wird erfreut feststellen, dass Die VorholzFürstin stark von dem sonst bei McNeal üblichen Ballast befreit ist: Nach Beschreibungen üppiger Saufgelage sucht man hier vergeblich, und auch die dem James-Joyceschen Bewusstseinsstrom nachempfundenen Kapitel sind rar. Unverändert geblieben ist dagegen die schwer überschaubare Fülle von Figuren, von denen viele über einen erstaunlichen Geschlechtstrieb und eine sehr liberale Sexualmoral verfügen. Nach der Lektüre dieses Buchs scheint es verwunderlich, dass Rheinhessen noch nicht Zielort von Sextourismus geworden ist. Immerhin gelingt es McNeal, ein packendes Finale zu schildern. Trotzdem lässt das Buch den Leser unbefriedigt zurück. Denn von all dem Brimborium um keltische Mythen und die Grenzen von Raum und Zeit bleibt am Ende bloß die Erkenntnis, dass Rheinhessen nicht nur Weingeister beschwören können. Selbst für schlanke 111 Seiten ist das ziemlich wenig! Gregor Jungheim ALIEN CONTACT |
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