| Die schrille Magierin Tamsin Spellwell raubt der Schneekönigin einen Zapfen
ihres kalten Herzens. Die Königin will ihren Zapfen zurück und verfolgt Tamsin nach
Sankt Petersburg. Dort treffen die Feinde aufeinander, im Hotel »Aurora«. In Petersburg
wütet ein Schneesturm, und die kleine Schuhputzerin Maus wird im Kampf der
übernatürlichen Mächte von der Magierin als Helferin rekrutiert. Die Ereignisse
überschlagen sich, und Maus muss schließlich feststellen, dass sie in diesem Krieg weder
die eine noch die andere Seite unterstützen kann. Da trift sie ihre eigenen
Entscheidungen. Kai Meyers Frostfeuer ist rasante und unterhaltsame
Abenteuerfantasy erster Klasse, gespickt mit ausgefallenen Ideen und angetrieben von einem
temporeichen Plot. Sowohl die Magierin als auch ihre Gegnerin werden in eindrücklichen
Bildern geschildert, doch herausragend ist die sympathische Figur der Schuhputzerin, die
im Verlauf des Romans über sich selbst hinauswächst. Maus Darstellung verleiht der
Geschichte eine Wärme, die im krassen Gegensatz zu den erdrückenden Massen an Eis und
Schnee und klirrender Kälte steht, mit denen der Roman erfüllt ist. Ins Frösteln kommt
man beim Lesen aber schon aufgrund der großen Spannung nicht. Der Dreihunderseiten-Roman
ist in sich abgeschlossen und weiß Spannungsbögen perfekt zu führen, so dass keine
Zeile Langeweile aufkommt.
Simon Weinert |

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