ALIEN CONTACT

Kai Meyer

Giebelschatten

Originalausgabe • 1998

Science Fiction > Alien Contact
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Kai Meyer hat in den letzten Jahren durch seine phantastischen und historischen Romane Aufsehen erregt und gehört inzwischen zu den wenigen deutschen Phantastik-Autoren, deren Bücher auch im Hardcover erscheinen. Dabei begann er vor etwa zehn Jahren als Autor von gut einem halben Dutzend Heftromanen, unter anderem für die Reihe »Mitternachts-Roman« des Bastei-Verlags. Frank Festa, Inhaber des Ein-Mann-Verlages Edition Metzengerstein, entschied sich, zwei dieser Heftromane in Buchform neu herauszubringen, wobei der Autor die Gelegenheit genutzt hat, die Texte zu überarbeiten bzw. in die ursprüngliche Form (die sie vor dem Heftroman-Lektorat bei Bastei hatten) zu bringen.

Der erste Kurzroman heißt Das Haus des Kuckucks (Hefttitel: Endlos ist die Nacht) und erzählt die Geschichte einer Familie, die in einem alten Schloß lebt. Die Eltern nehmen zuweilen Jungen aus dem städtischen Waisenhaus bei sich auf, um sie gemeinsam mit ihren drei Töchtern aufziehen zu lassen. Als ein neuer Junge namens Christopher in der Familie erscheint, ahnen die anderen Kinder schnell Böses. Und tatsächlich schleicht sich Christopher in den abgesperrten, den Kindern verbotenen Flügel des Schlosses. Kurz darauf beginnt der Terror für die anderen Kinder ... -- Der zweite Text heißt Grand Guignol 1899 (Hefttitel: Den Teufel zum Freund) und spielt, wie schon der Titel sagt, am Ende des 19. Jahrhunderts in Paris. Ein obskures Theater namens Grand Guignol führt das Stück »Die Blutgräfin« auf, worin Jungfrauen geopfert werden, damit die Gräfin in ihrem Blut baden kann. Zur gleichen Zeit verschwindet aus einem Pariser Irrenhaus ein Geisteskranker, den man in England unter dem Spitznamen Jack the Ripper kannte. Kurz darauf lernt eine der Hauptdarstellerinnen des Stückes einen faszinierenden und liebenswürdigen Fremden aus England kennen ...

Kai Meyer beherrscht das Sujet des Heftromans mit all seinen Vorzügen und Nachteilen. Die Stories sind flott erzählt und flüssig zu lesen, allerdings auch so fern jeder Realität, wie es sich das eigentliche Zielpublikum der »Mitternachts-Romane« (11-15jährige Mädchen) wohl wünscht. Und so findet man auch leider nichts Innovatives in den Geschichten, die Benutzung altbekannter Klischees der Horror-Trivialliteratur (alte Schlösser, unglückliche Liebschaften, geheimnisvolle Butler, wahnsinnige Bösewichte) und die Eindimensionalität der Charaktere lassen leider nicht den geringsten Schauder aufkommen. Liest man jedoch das Vorwort des Autors und weiß, was einen erwartet, dann kann die Lektüre trotzdem sehr unterhaltsam sein, insbesondere wenn man mit romantischer Mitternachtslektüre für pubertierende Mädchen ansonsten wenig vertraut ist.

Besonders hervorzuheben sind übrigens die ausgezeichnete Umschlaggestaltung sowie die sehr gelungenen Innenillustrationen von Dieter Jüdt.

Hardy KettlitzALIEN CONTACT

Kai Meyer
Giebelschatten (Edition Metzengerstein 6)
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