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Gustav Meyrink

Der Mönch Laskaris

Originalzusammenstellung • 2004

Science Fiction > Alien Contact
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Gustav Meyrink (1868-1932) ist einer der großen deutschen Phantasten des späten 19. und frühen 20 Jahrhunderts, der vor allem durch seine esoterisch beeinflussten Werke wie Der Golem und Walpurgisnacht bekannt wurde. Der Mönch Laskaris versammelt in diesem Band nun eine Vielzahl kürzerer Geschichten sowie drei Novellen. Die längsten Erzählungen kann man auch unter dem Titel »Goldmachergeschichten« zusammenfassen.

Sowohl in »Der Mönch Laskaris« als auch in »Der Seltsame Gast« oder »Die Abenteuer des Polen Sendivogius« geht es um ein seltsames graues Pülverchen, das auf Wachs getan aus geschmolzenem Metall jeder Art Gold machen kann. Seine Zusammensetzung ist nur wenigen bekannt - aus gutem Grund: Denn die Fürsten des 17. und 18. Jahrhunderts scheuen sich nicht, alchimistische Adepten festsetzen zu lassen und in ihre Dienste zu zwingen. Neidische Dilettanten und Quacksalber versuchen nicht minder gierig, in Besitz des Pulvers zu gelangen, und gehen dabei über Leichen.

Das alles bekommt auch der Apothekergehilfe Johann Friedrich Bötticher zu spüren, der dem Lockruf des Laskaris verfällt und damit die Aufmerksamkeit der hohen Herren auf sich zieht. Zwar kann er aus Berlin fliehen, aber in Sachsen hält man ihn wegen seiner Fähigkeiten fest und er verliert fortan seine Freiheit, auch wenn er durch die Erfindung des Meissener Porzellans zu einem geschätzten Mann wird. Der Pole Sendivogus hat mehr Glück, denn er vertraut den Visionen einer Zigeunerin und weiß sich im rechten Moment aus dem Staub zu machen. Doch keinem der Helden hat die scheinbare Kenntnis des Goldmachens wirklich Glück gebracht.

Die anderen Geschichten Meyrinks handeln von der düsteren Herkunft seltsamer Opale aus Indien, die eine Dame der guten Gesellschaft in einem Salon präsentiert, von einem Mann, der nach seinem Zuchthausaufenthalt Vogelhändler wird und erkennt, dass er nicht minder grausam sein kann als seine Wärter, oder der dekadent in Szene gesetzten Rache eines orientalischen Prinzen an seiner Frau und deren Liebhaber.

All diesen Geschichten ist gemein, dass sie keine Schock- oder Splattereffekte brauchen, um zu beeindrucken. Zunächst wirken sie eher wie historische oder zeitgenössische Erzählungen, konzentrieren sich vor allem auf die Menschen, ihren Umgang mit den auf sie einstürzenden Ereignissen oder ihren Gefühlen wie Liebe und Neugier, Hass und Neid oder Ernüchterung. Dann erst schleicht sich das Grauen und der Schauder leise ein und erzeugt einen wohligen Grusel. Zwar kann auch Meyrink grausam und böse werden - aber er weiß das rechte Maß gezielt einzusetzen und mit seinem stark esoterisch geprägten Weltbild zu verknüpfen. Auch heute noch wirken seine Geschichten zeitlos und aktuell und machen ihn zu Recht zu einem der Klassiker der phantastischen Literatur.

• Christel Scheja • ALIEN CONTACT

Hierzu ein Hinweis von Ralf Reiter:
Es hat sich anscheinend unter den deutschen Phantastik-Experten noch nicht herumgesprochen, aber die drei in diesem Band aufzufindenden längeren Geschichten, die früher in dem Band Goldmachergeschichten (1925) zusammengefaßt waren, stammen nicht von Gustav Meyrink, obwohl sie seinen Autorennamen tragen. Verfaßt wurden sie von seinem Nachbarn und Kollegen Alfred Schmid-Noerr, und Meyrink gab seinen Namen. Honorare wurden anscheinend damals geteilt, es gibt zeitgenössische Belege. Meyrink hat bestenfalls mal drübergeschaut. Schmid-Noerr hat mutmaßlich wenig später auch einige Teile des Romans Der Engel vom westlichen Fenster verfaßt.
Ich habe meinen Magister darüber geschrieben, und dieser Etikettenschwindel ist mir noch in lebhafter Erinnerung.
• Literaturhinweis: Jan Christoph Meister, Hypostasierung - Die Logik mythischen Denkens im Werk Gustav Meyrinks nach 1907. Frankfurt u.a. 1987, S. 219-222.
Originalzusammenstellung
Gustav Meyrink, Der Mönch Laskaris
(Leipzig: Festa Verlag, 2004) [1305] Bestellen
Titelbild von Dominic Harman, Paperback, 320 Seiten
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Lieferbare Titel von Gustav Meyrink
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