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Howdy
KettlitzTakeshi Kovacs, Ex-Kämpfer der interplanetaren Envoy-Spezialeinheit,verdingt sich
auf dem bürgerkriegszerrissenen Planeten Sanction IV beim Militär. Nach einem
katastrophal fehlgeschlagenen Einsatz muss er neu »gesleevt« werden sein
gespeicherter Bewusstseinsinhalt wird in einen neuen Körper übertragen. Im
Militärkrankenhaus lernt er Jan Schneider kennen, der sich als ehemaliger Archäologe
entpuppt und den Standort eines uralten Artefakts einer vormenschlichen Zivilisation
kennt. Kovacs lässt sich anheuern, um mitten im Kriegsgebiet eine Ausgrabung zu
organisieren und zu schützen. Vorab muss allerdings erst Schneiders Kollegin Tanya
Wardani aus einem Gefangenenlager befreit werden und damit fangen die politischen
Komplikationen an ...Morgans zweiter Roman um Takeshi Kovacs unterscheidet sich von seinem Vorgänger insofern, dass er sich thematisch eher in den Gefilden der Hard-SF bewegt als in denen des Cyberpunk, wo sich Das Unsterblichkeitsprogramm noch ansiedeln ließ. Trotzdem verzichtet Morgan nicht auf seine bewährten Zutaten: skrupellose Konzernpolitik, ausgefuchstes Intrigenspiel, Korruption, kurzer, aber deftiger Sex und einfallsreiche Gewalt. Gefallene Engel ist über weite Strecken ein reißerischer Roman, nichtsdestotrotz kann er mit einer Riege gut ausgearbeiteter, wenn auch nicht immer vielschichtiger Figuren überzeugen. Umso komplexer ist die Handlung: Militär, Konzerne, die Archäologen und Kovacs haben alle ihre eigenen Pläne, die größtenteils erst in den letzten Kapiteln wirklich deutlich werden, und so erscheinen viele Ereignisse auf den ersten Blick willkürlich. Das gilt auch für das Agieren des Ich-Erzählers Takeshi Kovacs, der erklärtermaßen oft handelt, ohne zu denken und dem Leser damit manchmal notwenige Erklärungen vorenthält. Mit dieser Erzählweise vergaloppiert sich Morgan manchmal etwas, so dass nicht immer jede Wendung Sinn ergibt. Dass er den Leser trotzdem bei der Stange hält, ist seinem extrem kinetischen Erzählstil geschuldet. Auch der kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Buch hundert bis zweihundert Seiten zu lang geraten ist was sich insbesondere am Anfang bemerkbar macht. Am Ende knallt uns Morgan dafür ein Finale hin, das an sich schon eine Verfilmung wert wäre. Die politischen Implikationen Morgans wiederum erscheinen in Gefallene Engel interessanter und vor allem vielschichtiger als im Vorgängerroman: Während Das Unsterblichkeitsprogramm hauptsächlich fiese Konzerne und organisierte Kriminalität von der Stange anbot, sind die Akteure hier mit mehr Licht- und Schattenseiten gezeichnet das gilt sogar für die uralte und vermeintlich weise Zivilisation der so genannten »Marsianer«. Kovacs Lebensphilosophie wird langsam nachvollziehbarer, auch wenn er nach wie vor der (fast) immer coole, mehr als nur leicht psychotische Antiheld bleibt. Und auch das Thema des »Körperwechsels« wird an einigen Punkten gut weitergesponnen. So ist es beispielsweise recht eindrücklich, wie die verschiedenen Hauptfiguren ab etwa der Hälfte des Romans langsam an der Strahlenkrankheit sterben in dem Wissen, dass sie nach dem Ende der Mission ohnehin die Körper wechseln. Auch hier hat man zwar das Gefühl, dass Morgan die Implikationen seines ohnehin recht unwahrscheinlichen Konzepts nicht konsequent ausreizt, und dennoch bereichert er es um einige Facetten. Obwohl Morgan sich mit diesem zweiten Kovacs-Roman in vielen Bereichen merklich weiterentwickelt, bleibt zu hoffen, dass er seine Geschichten in den Folgebänden stärker auf das Wesentliche reduziert. Ansonsten gibt es aber wenig zu meckern: hochspannende Science Fiction, bei der man trotz (oder wegen. Die Red.) Sex und reichlich Gewalt nicht den Kopf abschalten muss! Jakob Schmidt ALIEN CONTACT |
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