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| Helmut W. Pesch ist einer der großen Förderer der Fantasy, die er deutschsprachigen Lesern im
Rahmen seiner Magisterarbeit und lange Jahre als Lektor im Bastei Verlag nahegebracht hat.
Seit einigen Jahren tritt er auch als Autor in Erscheinung. Neben Die Ringe der Macht,
einer Hommage an Tolkiens
Der Herr der Ringe, erscheinen nun auch Jugendbücher, in denen er seine
profunden Kenntnisse der irischen Mythologie umsetzt. Die Geschwister Gunnhild, Siegfried und ihr Freund Hagen machen auf einem irischen Landsitz Ferien. Das Spiel einer Harfe lockt die drei Kinder des Nachts aus dem Haus. Getrennt überschreiten sie die Grenzen zur Anderswelt und schlüpfen in die Rolle bekannter irischer Sagengestalten. Während Siggi von einem geheimnisvollen Mann seinem Schicksal als Finn der Weisse entgegen geführt wird, ist Hagens Begleiter ein Hund und der Junge selbst schlüpft in die Rolle von Cucullain. Gunnhild indes wird von drei seltsamen Frauen aufgenommen, die die dreifaltige Göttin verkörpern. Sie lernt den Umgang mit Magie und Waffen, aber auch häusliche Arbeiten. Meinen es die Frauen dennoch gut mit ihr, oder wollen sie die drei nur darüber hinweg täuschen, dass sie ein Opfer suchen? Und aus welchem Grund? Die drei lernen, mit ihren Rollen zurechtzukommen, bis sie schließlich die Wahrheit erkennen. Doch geschieht dies noch rechtzeitig, um dem Unausweichlichen zu entgehe, und das bereits bekannte Schicksal mit einer neuen Wendung zu erfüllen? Der Autor beweist zwar, dass er sich in der irischen Sagenwelt sehr gut auskennt und die einzelnen Sagenmotive, Figuren und Handlungsebenen stimmungsvoll schildert, vermag aber dennoch nicht, einem unerfahrenen Leser die Mythen und Glaubenswelt der gälischen Kelten nahe zu bringen. Zum einen spielt er auf zu viele verschiedene Sagen gleichzeitig an, die teilweise auch völlig unterschiedlichen Themenkreisen entstammen und verwirrt damit jüngere Leser. Zum anderen setzt er zu viel Wissen voraus, da im Glossar oder während der Erzählung keine weiteren Erläuterungen zu finden sind. Dritter Schwachpunkt des Romans sind die jugendlichen Helden, die nur dazu dienen, den Leser durch die mehr erzählende und weniger actionbetonte Handlung zu führen, anstatt sie zu tragen. Als Identifikationsfiguren bleiben sie zu vage und sind zu realitätsfern geschildert. So wird der interessante Ansatz durch die leider sehr ungeschickte Umsetzung zunichte gemacht. Christel Scheja |
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