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Ein Roman von der Scheibenwelt
| Verence, der König des Landes
Lancre auf der Scheibenwelt, ist ein sehr moderner Herrscher. Er will mit alten
Vorurteilen aufräumen und lädt daher eine hochgestellte Vampirfamilie aus Überwald zur
Feier der Taufe seiner Tochter ein. Das hätte er sich zweimal überlegen sollen, denn wie
schon die alten Legenden besagen, wird man Vampire so schnell nicht wieder los, wenn man
sie einmal eingeladen hat. Und obendrein ist nicht nur der König modern eingestellt, die
Vampire sind es allemal. Schnickschnack wie Knoblauch oder religiöse Symbole können sie
nicht mehr schrecken, und die jugendlichen Vampire treiben es ganz wild: Sie bleiben
manchmal bis nach Mittag auf. Nanny Ogg und Oma Wetterwachs erkennen die Gefahr jedoch
sehr schnell, nur fürchten sie, daß ihre Kräfte nicht ausreichen, die Vampire zu
vertreiben. Selbst der junge Priester Hilbert Himmelwärts, der zur Taufe der Prinzessin
angereist war, kann ihnen kaum helfen und wird von den Hexen sehr argwöhnisch beäugt -
schließlich soll seine Kirche früher Hexen verbrannt haben. Der Anfang dieses Romans ist sehr vielversprechend. Pratchett baut zunächst einen Konflikt auf, der höchst spannend und amüsant zu werden verspricht. Doch in der zweiten Hälfte des Buches löst er dieses Versprechen nicht ein. Die Handlung verfranst sich in unwichtige Details und kommt kaum noch vom Fleck, selbst das Finale ist nicht sonderlich spektakulär. Das konnte Pratchett schon deutlich besser. Höchst amüsant sind jedoch einige Dialoge zwischen Hilbert Himmelwärts und Oma Wetterwachs über die Religion und deren Geschichte, denn die alte Hexe hat nur wenig Respekt vor dem angeblich einen und einzigen Gott Om, den Hilberts Ordensbrüder verehren. Einige ihrer Argumente sind ziemlich logisch, wie der Priester einsehen muß. Und manchmal kommen ihm dann doch so seine Zweifel ... Martin Höllmann ALIEN CONTACT 39 |
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