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ALIEN CONTACT
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Robert Rankin

Starker Tobak

Snuff Fiction • 1999

Science Fiction > Alien Contact
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Von Robert Rankin sind in Deutschland bereits mehrere utopisch-satirische Romane erschienen. Mit typisch englischem Humor nimmt er dabei menschliche Auswüchse unserer Gesellschaft aufs Korn und transportiert sie in eine nahe Zukunft, wobei mögliche Katastrophen nicht Hauptthema, sondern eher Hintergrund für seine Charakterstudien bilden.

Im Jahr 2008 blickt ein Mann auf sein Leben zurück und verknüpft sie mit den Erinnerungen an einen Freund, der schon von Kindheit an sein Leben beherrscht hat. Warum er dies tut verrät er noch nicht. Der »Doveston« war in allem der Anführer, ob es nun darum ging, in der Schule oder in der Freizeit irgendwelchen Unsinn anzustellen oder immer wieder neue Entdeckungen zu machen, ob nun als Heranwachsender im Hurenhaus oder bei dem absonderlichen Joan Peru Joans, der nicht nur ein exzellenter Pflanzenkenner, sondern auch der Schöpfer seltsamer Hybriden war.

Nach einer aufregenden Kindheit und Jugend in den 50er und 60er Jahren, die von despotischen Lehrern, Begegnungen mit weiteren Sonderlingen, gemeinschaftlichen Unternehmungen mit dem Doveston oder einem anderen Freund namens Norman geprägt sind, gerät der Ich-Erzähler schließlich auf die schiefe Bahn und landet wegen heftiger Drogenexzesse im Knast. Von seinem Gemüt her eher ein wenig beschränkt, duldsam und naiv übersteht er auch diese schwere Zeit voller Demütigungen und Entbehrungen.

Erst fünfzehn Jahre später kommt er wieder frei. Der Doveston hat inzwischen das große Geld gemacht hat und kontrolliert als reicher Multimillionär nicht nur die Wirtschaft. Vor allem sein ganz besonderer Schnupftabak ist ein Renner - die ungewöhnliche Mischung nimmt den Menschen die Furcht vor der Wende zum nächsten Jahrtausend. Denn dann drohen alle Computer auszufallen und die Welt in ein Chaos zu stürzen. Dank eines Rezeptes und der Lehren des alten Joan Peru Joans hat der Doveston den ultimativen Tabak kreiert.

Er nimmt seinen heimgekehrten Freund mit offenen Armen auf, verwöhnt ihn erst einmal mit Reichtum, macht ihn zu seinem Teilhaber - und als er kurz vor der Wende zum nächsten Jahrtausend durch ein Bombenattentat stirbt, sogar zum Alleinerben. Der Erzähler kann damit zunächst nicht anfangen, doch er ist noch bereit, die letzten Wünsche des Verstorbenen zu erfüllen. Erst in der entscheidenden Silvesternacht erkennt er, dass alles nur Teil eines größeren Spiels ist, das im Schatten der Katastrophe beginnt, und in dem auch alte Bekannte eine Rolle spielen ...

Treffender als der deutsche Titel »Starker Tobak« beschreibt der Originaltitel »Snuff Fiction« die Atmosphäre und den Inhalt des Buches. Nicht ohne Grund entstehen dabei Assoziationen zu »Pulp Fiction« oder den Filmen von Quentin Tarantino. Man merkt Robert Rankin deutlich die Lust zur bösen Satire an. Seine Helden sind alle ein wenig verrückt und müssen ihre manchmal seltsamen Entscheidungen nicht rechtfertigen, denn dabei halten sie der »Normalität« einen Spiegel vor.

Allerdings trägt er ein wenig zu dick auf, nach etwa der Hälfte des Buches wiederholen sich viele Gags. Die Handlung wird insgesamt schwächer, weil man die Verhaltensweisen der Protagonisten zu leicht vorausahnen kann, und greift viele im ersten Teil gesponnene Fäden nicht mehr auf, auch wenn Rankins Stil weiterhin unterhaltsam bleibt. So bleibt beim Leser eher ein zwiespältiger Eindruck zurück. Kein Buch also, dass man kennen muss.

• Christel Scheja • ALIEN CONTACT

Originalausgabe
Robert Rankin, Snuff Fiction (1999)
dt. Erstausgabe
Robert Rankin, Starker Tobak
(Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2004) [24324] Bestellen
Dt. von Axel Merz, Titelbild von Arnd Drechsler, 397 Seiten
Leser-Service
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