| Dion von Moria verlässt das Magier-College, um Beschützerin der Mätresse
des Herzogs zu werden. Kitten Avignon lebt in ständiger Angst vor der Rache des
Necromantikers Norval, der vor Jahren ihr Gönner war. Nach und nach revidiert Dion ihre
puritanischen Ansichten über ihren Schützling, die Herrin der Rosen, die nicht nur eine
gebildete Kurtisane und für ihre Zeit ungewöhnliche Frau ist, sondern ihr auch zu einer
guten Freundin wird. Auf einem Fest lernt Dion den attraktiven Andre Gregorov kennen, der
nichts unversucht lässt, die in Liebesdingen unerfahrene Magierin für sich einzunehmen.
Dion schwankt zwischen Ablehnung denn etwas Unheimliches hat Andre an sich
und erwachender Begierde. Obendrein kämpft Bedazzer, ein Dämon, den Dion ungewollt auf
sich aufmerksam machte, gegen die Barriere an, die ihn in seiner Dimension festhält.
Gelingt es ihm, sich zu befreien, wird er die Welt verheeren ... Die Herrin der
Rosen fällt unter die Kategorie Frauen-Fantasy,
denn die wichtigsten Protagonisten neben Dion und Kitten sind weitere Frauen aus ihrem
engsten Umfeld, insgesamt geht es um typische Frauen-Themen. Für Männer ist da kein
Platz, und so übernehmen sie die belanglosen Nebenrollen als Liebhaber, Spaßmacher und
Bösewichte. Alle Figuren agieren gemäß traditioneller Klischees, so dass es keine
überraschenden Wendungen oder Weiterentwicklungen gibt. Zwar lässt die Autorin die
Ich-Erzählerin Dion von der kleinen, naiven Magie-Schülerin zu einer selbstbewussten,
mächtigen Frau heranreifen, aber auch das war vorhersehbar.
Als Schauplatz dient die Kulisse eines fiktiven Europas des 18. Jahrhunderts, dessen
Kultur einen fanzösisch-italienisch-russischen Anstrich trägt. Man entdeckt ferner
Anleihen aus dem Zeitalter der Hexenverbrennung, der Reformation und der Aufklärung.
Alles wird mit etwas Fantasy und einem bisschen puritanischen Sex aufgepeppt. So richtig
in Schwung will die Handlung jedoch nicht kommen. Es wird zu viel geredet, zu viele
Nebensächlichkeiten werden für eine zweifelhafte Authentizität eingeflochten, an
wirklich originellen Ideen und überzeugenden Charakteren mangelt es. Jane Routleys Stil
ist ganz gefällig und unterhaltsam, aber zu hohe Ansprüche darf man an diese Lektüre
nicht stellen.
Irene Salzmann ALIEN CONTACT
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